Acht Medienmitteilungen zwischen März und September 2026, fünfzehn Darlehen, acht Förderbeiträge und drei Preise: Die Stiftung für Innovation und Technologie (FIT) hat den Westschweizer Start-up-Newsflow dieses Jahr regelmässig gespeist. Die 1994 gegründete FIT fördert Innovation und Unternehmertum in der Westschweiz mit ihren Programmen FIT Tech, FIT Digital und FIT Impact, wie es in ihrer Mitteilung vom September heisst. Die meisten Begünstigten des Jahres 2026 werden als Waadtländer Unternehmen vorgestellt. Ein Überblick, Instrument für Instrument, mit einer einfachen Regel: Ein Darlehen ist kein Förderbeitrag, und ein Darlehen ist keine Finanzierungsrunde.

Darlehen auf der einen, Förderbeiträge auf der anderen Seite

Die Mitteilungen der FIT verwenden ein präzises Vokabular, das sich unverändert zu übernehmen lohnt:

  • Darlehen Tech Seed: CHF 100'000 in zehn von elf Fällen im Jahr 2026, CHF 50'000 für Diverssity.
  • Darlehen Tech Growth: CHF 400'000 für Isospec Analytics, der höchste Betrag des Jahres in diesen Mitteilungen.
  • Darlehen Digital Growth: CHF 200'000 für WasteFlow.
  • Darlehen Digital Seed: je CHF 50'000 für DOCumenter und Nextrainers.
  • Förderbeitrag Digital Grant: CHF 20'000 für RiveLock, MYSTONES, Skilder und Polytax.
  • Förderbeitrag FIT Impact: CHF 10'000 für FineTouch Academy, Phonemia, SODA und TYTOdb.

Hinzu kommen die am 17. September verliehenen FIT-Impact-Preise, die wiederum einer anderen Logik folgen: der eines Wettbewerbs.

Tech Seed: Gesundheit an der Spitze

Von den elf angekündigten Tech-Seed-Darlehen betreffen nach unserer Lektüre der Mitteilungen sechs direkt den Gesundheitsbereich. Im März erhält Diverssity CHF 50'000 für «My Magic Room», ein therapeutisches Mixed-Reality-Spiel für Jugendliche mit einer Autismus-Spektrum-Störung, das in sechs Waadtländer und Walliser Pilotinstitutionen eingesetzt werden soll. MoleSense erhält CHF 100'000 für ein Hautpflaster zur Überwachung von Risikoschwangerschaften, Performance MouthGuard CHF 100'000 für einen 3D-gedruckten Zahnschutz; das Start-up strebt mit diesem Darlehen die europäische Konformitätszertifizierung und eine Markteinführung in der Schweiz an.

Im Juni erhält DETECTRA, eine aus einem Forschungsprojekt am CHUV hervorgegangene und von Atreon entwickelte Software, CHF 100'000, um ihre Lancierung in der Schweiz vorzubereiten und Pilotprojekte zu finanzieren. Denselben Betrag erhalten TUUS Solutions mit seinem Lebensmittel-Hydrogel mit verzögerter Freisetzung sowie das EPFL-Spin-off Anyway Systems, das KI-Modelle auf der Infrastruktur des Unternehmens statt in der Cloud laufen lässt.

Im selben Monat gehen drei weitere Darlehen über CHF 100'000 an Industrie und Energie: an EM Path mit seiner «Kamera für Wellen», die elektromagnetische Felder misst, an REMA mit seinen Elektrolyseuren für grünen Wasserstoff vor Ort und an Verretex mit seinem Verfahren, Glasfaserabfälle zu Vliesstoffen aufzubereiten.

Im September schliesslich erhalten Dexterous Endoscopes und Precisia Care je CHF 100'000. Hier gilt es zu unterscheiden: Dexterous gibt an, bereits mehr als eine Million Franken an Finanzierungen beschafft zu haben, was vom FIT-Darlehen zu trennen ist. Precisia Care wiederum wird das Darlehen nutzen, um ihre Pilotprojekte im Ensemble hospitalier de la Côte (EHC) und im Réseau hospitalier neuchâtelois (RHNe) zu validieren.

Digital: vom Wachstumsdarlehen bis zum kleinen Förderbeitrag

Der Bereich Digital deckt ein breiteres Spektrum ab. Im August erhält WasteFlow ein Digital-Growth-Darlehen über CHF 200'000 für seine Bildanalyseplattform, die auf den Förderbändern von Sortieranlagen Materialien und gefährliche Gegenstände erkennt; die Lösung ist laut FIT bereits in der Schweiz, in Spanien und in Frankreich im Einsatz. DOCumenter (medizinische Dokumentation und Abrechnung nach TARDOC) und Nextrainers (in einer Minute generierte Fussballtrainings) erhalten je ein Digital-Seed-Darlehen über CHF 50'000.

Bei den Förderbeiträgen finanzieren die Digital Grants über CHF 20'000 frühere Phasen: bedingte Zahlungen für Renovationsbaustellen (RiveLock), Athletenbetreuung (MYSTONES), Zentralisierung von Arbeitsmethoden für KI-Werkzeuge (Skilder) und Automatisierung von Steuererklärungen (Polytax).

Isospec, der typische Werdegang

Der Fall Isospec Analytics veranschaulicht die Logik der Stufen. Das EPFL-Spin-off, das biologische Moleküle für die medizinische Forschung identifiziert, hatte 2024 ein erstes Tech-Seed-Darlehen der FIT erhalten. Im Juni 2026 erhält es ein Tech-Growth-Darlehen über CHF 400'000. Das Unternehmen beschäftigt zehn Personen und hat Pilotprojekte durchgeführt, namentlich in Partnerschaft mit dem CHUV. Sein erklärtes Ziel, den Umsatz bis Ende 2026 zu verdoppeln, bleibt ein Ziel des Unternehmens, kein Ergebnis.

FIT Impact: Low-Tech und kleine Beträge

Das 2023 lancierte Programm FIT Impact richtet sich an Low-Tech-Projekte mit grosser sozialer und ökologischer Wirkung; laut FIT haben bereits 26 Projekte davon profitiert. Im April erhalten vier Projekte aus der UNIL (Programm UCreate) und dem H4 je CHF 10'000: FineTouch Academy (Nahtsets und E-Learning für Medizinstudierende), Phonemia (Beatboxing als Instrument der Logopädie), der Verein SODA (wissenschaftliche Workshops in Waadtländer Quartiertreffpunkten) und TYTOdb (Erfassung der Biodiversität).

Am 17. September fand die Verleihung der FIT-Impact-Preise erstmals im Rahmen von Showcase statt, dem Anlass von E4S. LittleCubes, das einen Leuchtwürfel für das kognitive Training autistischer Kinder entwickelt, gewinnt den Grand Prix über CHF 20'000 und den Prix du Public über CHF 5'000. Gynecare+ und Blocsy erhalten je einen Prix Coup de Cœur über CHF 10'000. Phonemia, im April mit einem Förderbeitrag bedacht, gehörte zu den fünf Finalisten.

Unsere Rechnung

Zählt man die Beträge der acht Mitteilungen zusammen, kommen wir nach eigener Berechnung auf CHF 1'750'000 an Darlehen (15 Darlehen), CHF 120'000 an Förderbeiträgen (8 Förderbeiträge) und CHF 45'000 an Preisen. Dieses Total umfasst nur diese Mitteilungen und erhebt nicht den Anspruch, die gesamte Jahrestätigkeit der Stiftung abzubilden.

Was das über das Waadtländer Ökosystem aussagt

Drei Feststellungen stechen hervor. Erstens dominiert die Gesundheit, vom Medizinprodukt bis zur Logopädie. Zweitens bleiben die Hochschulen und das CHUV Talentschmieden: EPFL, UNIL, H4 und CHUV tauchen in mehreren Dossiers auf. Drittens greift die FIT vor allem früh ein, mit Tickets von CHF 10'000 bis 100'000, und seltener in der Wachstumsphase. In den Mitteilungen sind diese Beträge jeweils an eine bestimmte Etappe geknüpft: einen Prototyp, ein Pilotprojekt, eine Zertifizierung, eine erste Markteinführung.

Quellen