Temenos, der Schweizer Anbieter von Bankensoftware, erhöht seine Gewinnprognose für 2026 nach einem dritten Quartal, das profitabler ausfiel als erwartet. Laut finews.ch, das am 28. Oktober 2026 über die Mitteilung des Konzerns berichtet, erreicht der bereinigte Betriebsgewinn 109,3 Millionen Dollar. Die Analysten hatten 99,9 Millionen erwartet.

Was Temenos nun für 2026 erwartet

Die Anpassung betrifft nur die Gewinnziele. Temenos strebt neu ein Wachstum des bereinigten Betriebsgewinns zu konstanten Wechselkursen von rund 12 Prozent an, nach bisher 9 Prozent. Der bereinigte Gewinn pro Aktie soll um 10 Prozent zulegen statt um 7 Prozent. Die übrigen Jahresziele bleiben laut finews.ch unverändert.

Ziel 2026 von TemenosBisherige PrognosePrognose vom 28. Oktober 2026
Bereinigter Betriebsgewinn, zu konstanten Wechselkursen+9%rund +12%
Bereinigter Gewinn pro Aktie+7%+10%
Jährlich wiederkehrende Erlöserund +12%unverändert
Abonnements- und SaaS-Erlöse+9%unverändert
Freier Cashflowrund +16%unverändert

Diese Zahlen bleiben Prognosen der Geschäftsleitung, keine gesicherten Ergebnisse. Überprüfen lassen sie sich an der Jahresrechnung des Unternehmens.

Die Zahlen des dritten Quartals 2026

Der Umsatz von Temenos steigt im dritten Quartal um 13 Prozent auf 292,8 Millionen Dollar. Der ausgewiesene Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) springt um 41 Prozent auf 84,8 Millionen. Ohne Sondereffekte erreicht er 109,3 Millionen, ein Plus von 29 Prozent.

Die bereinigte operative Marge steigt von 32,7 Prozent auf 37,3 Prozent. Der bereinigte Gewinn pro Aktie legt um 32 Prozent auf 1,23 Dollar zu. Wie der EBIT übertrifft er laut finews.ch die Erwartungen der Analysten.

Temenos führt diese Rentabilität unter anderem auf Effizienzgewinne durch künstliche Intelligenz (KI) zurück. Das Unternehmen nennt zudem eine strikte Kostenkontrolle und Skaleneffekte. Den Anteil der KI an diesen Einsparungen beziffert es allerdings nicht, wie finews.ch festhält.

Zwei Lesarten des Quartals: Gewinn und Umsatz

Je nach Kennzahl fällt das Urteil über das Quartal unterschiedlich aus. Beim Gewinn übertrifft Temenos den Konsens. Beim Umsatz bleibt der Konzern laut finews.ch leicht hinter den Erwartungen der Analysten zurück.

Die deutlichste Abweichung betrifft die Abonnements und das SaaS-Geschäft, also Software as a Service, die beim Anbieter gehostet wird. Diese Erlöse steigen um 23 Prozent auf 121,8 Millionen Dollar, zu konstanten Wechselkursen um 22 Prozent. Im Sommer hatte Temenos allerdings ein Plus von mindestens 30 Prozent in Aussicht gestellt.

Das Unternehmen erklärt den Rückstand mit einem grossen Vertrag in Afrika. Dieser wurde erst Anfang Oktober unterzeichnet, also im vierten Quartal. Die jährlich wiederkehrenden Erlöse (ARR, für Annual Recurring Revenue) erreichen 903,6 Millionen Dollar.

Die jüngsten SaaS-Verträge von Temenos in Nordamerika

Zwei im Oktober 2026 angekündigte Verträge zeigen, welche Kunden Temenos im SaaS-Modell bedient: nordamerikanische Kreditgenossenschaften. Die Quellen sagen nicht, ob sie sich bereits in den Zahlen des dritten Quartals niederschlagen.

Der erste betrifft Vancity, eine kanadische Kreditgenossenschaft. Laut Fintechnews Switzerland vom 27. Oktober 2026 hat sie sich für Temenos SaaS entschieden, um ihr Kernbankensystem zu modernisieren. Vancity zählt mehr als 588'000 Mitglieder, über drei Millionen Konten und 42,4 Milliarden kanadische Dollar an Vermögenswerten.

Das Programm umfasst Einlagen und Privatkredite, das Firmenkundengeschäft und den Zahlungsverkehr. Es stützt sich auf die Module Temenos Core, Temenos Payments Hub und Temenos Data Hub, die in der Cloud Microsoft Azure betrieben werden. Vancity wird auf der Plattform zunächst neue digitale Dienste lancieren und danach seine bestehenden Geschäfte schrittweise dorthin migrieren.

«Der Wechsel zu Temenos SaaS ist eine bewusste Hinwendung zu einer einfacheren und besser skalierbaren technologischen Grundlage», sagt Wendy Murphy, Technologie- und Informatikchefin von Vancity. Laut Temenos soll diese schrittweise Migration die Mitglieder, den Betrieb und die Geschäftskontinuität schützen.

Der zweite Vertrag betrifft Sound Credit Union, eine Kreditgenossenschaft mit Sitz in Washington und mehr als 183'000 Mitgliedern. Wie 2clics berichtete, hat sie sich für die SaaS-Inkassolösung von Temenos entschieden. Brian DuVal, Präsident von Temenos für Nordamerika, bezeichnete die USA dabei als «strategischen Wachstumsmarkt».

Additiv und die Ziele für 2028

Temenos meldet zudem Fortschritte bei der Integration von Additiv, einem Zürcher Fintech, dessen Übernahme im Juli 2026 abgeschlossen wurde. Die Akquisition soll das Softwareangebot für Banken und Vermögensverwalter stärken. Laut finews.ch dürfte sie die Gewinnprognose 2026 nicht nennenswert belasten.

Das Unternehmen bestätigt seine mittelfristigen Ziele. 2028 soll der bereinigte Betriebsgewinn rund 480 Millionen Dollar erreichen und der freie Cashflow rund 410 Millionen. Es handelt sich um Ziele der Geschäftsleitung, die an den Ergebnissen der kommenden Jahre zu messen sind.

Was noch nicht bekannt ist

  • Der Anteil der KI an den erzielten Einsparungen: Temenos beziffert ihn nicht.
  • Die Entwicklung des Personalbestands: Die Mitteilung äussert sich laut finews.ch nicht dazu.
  • Der in Afrika unterzeichnete Vertrag: Weder der Kunde noch der Betrag gehen aus den Quellen hervor.
  • Die Verträge mit Vancity und Sound Credit Union: Weder Beträge noch Laufzeiten wurden veröffentlicht.
  • Das Aufholen der SaaS-Erlöse im vierten Quartal: Es wird sich an der Jahresrechnung zeigen.

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar.

Quellen