BlackRock hat am Mittwoch, 14. Oktober, seine Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 veröffentlicht. Laut Journal du Coin, das sich auf die Quartalsmitteilung des Konzerns stützt, verbuchte der Vermögensverwaltungsriese Ende September 79,6 Milliarden Dollar an digitalen Vermögenswerten, gegenüber 48,8 Milliarden Ende Juni – ein Plus von 63 % in drei Monaten. Die Zahl beeindruckt, doch ihre Aufschlüsselung zeigt, dass die Märkte mehr dazu beigetragen haben als die Kundschaft.
Preiseffekt gegen Mittelflüsse
Zwischen Ende Juni und Ende September sind die digitalen verwalteten Vermögen von BlackRock um 30,8 Milliarden Dollar gewachsen. Gemäss den von Journal du Coin übernommenen Zahlen stammen 22,9 Milliarden aus dem Kursanstieg, nachdem Bitcoin wieder über die Marke von 80’000 Dollar gestiegen war. Die Nettozuflüsse, also das tatsächlich von den Anlegern eingebrachte Geld, beliefen sich zwischen Juli und September auf 7,9 Milliarden Dollar.
Diese Unterscheidung ist entscheidend, um die Zahl von 63 % richtig einzuordnen. Das verwaltete Vermögen misst den Wert der gehaltenen Vermögenswerte zu einem bestimmten Zeitpunkt: Es steigt automatisch, wenn der Bitcoin-Kurs zulegt, auch ohne neue Einlagen der Kundschaft. Die Mittelflüsse hingegen geben Aufschluss über das Verhalten der Anleger. Journal du Coin fasst zusammen, dass diese Flüsse «nur ein Viertel der Geschichte erzählen».
Diese 7,9 Milliarden an Nettozuflüssen im dritten Quartal folgen auf ein erstes Halbjahr 2026 mit 2,2 Milliarden Dollar Nettoabflüssen, in einer Phase, in der der Marktrückgang auch auf die Bewertung der Fonds drückte.
Bescheidene Erträge im Verhältnis zum Konzern
Der Anstieg der verwalteten Vermögen schlägt sich auch in den Einnahmen nieder. Ebenfalls laut derselben Quelle haben die digitalen Produkte von BlackRock im dritten Quartal 39 Millionen Dollar an Gebühren und Erträgen aus der Wertpapierleihe generiert. Ein Betrag, den es den insgesamt rund 14’000 Milliarden Dollar gegenüberzustellen gilt, die der Konzern gemäss seinem Jahresbrief verwaltet.
Die Mitteilung weist den iShares Bitcoin Trust (IBIT), den Bitcoin-ETF des Konzerns, nicht separat aus, obwohl er seinen Markt dominiert. Aus den veröffentlichten Daten lässt sich daher nicht ablesen, wie sich die Gesamtsumme von 79,6 Milliarden auf die verschiedenen digitalen Produkte von BlackRock verteilt. Gemäss einer von Journal du Coin zitierten Erhebung von BestBrokers hielt der IBIT im dritten Quartal 785’635 Bitcoin, was fast zwei Drittel aller US-Spot-ETF zusammen entspricht.
Noch weit vom Niveau von vor einem Jahr entfernt
Trotz dieser Erholung liegen die digitalen verwalteten Vermögen von BlackRock weiterhin 23 % unter den rund 104 Milliarden Dollar, die ein Jahr zuvor erreicht worden waren. Über zwölf Monate hat der Kursrückgang 30,6 Milliarden Dollar ausgelöscht, während die Kundschaft 6,3 Milliarden Dollar an frischem Geld hinzugefügt hat. Mit anderen Worten: In diesem Zeitraum blieben die Anleger Nettokäufer, ohne dass dies ausgereicht hätte, um den Preiseffekt auszugleichen.
Der Befund geht über BlackRock hinaus. Laut Daten von SoSoValue, über die die Website 24/7 Wall St berichtete und die Journal du Coin übernommen hat, hatten die US-Spot-Bitcoin-ETF zwischen Januar und Ende September lediglich 985 Millionen Dollar angezogen. Zudem ist der Oktober schlecht angelaufen, mit mehr als 400 Millionen Dollar Nettoabflüssen in den ersten beiden Wochen des Monats, gemäss Farside Investors.
Das vierte Quartal beginnt in einem wenig förderlichen Umfeld. Am Mittwoch, 14. Oktober, hat sich die US-Inflation erneut beschleunigt, und Bitcoin ist laut derselben Quelle auf rund 83’000 Dollar zurückgefallen.
Was diese Zahlen aussagen – und was nicht
Die genannten Beträge sind jene, die BlackRock veröffentlicht hat und über die die Fachpresse berichtet hat; die Aufteilung zwischen Preiseffekt und Mittelflüssen stammt aus der Mitteilung, wie sie von Journal du Coin wiedergegeben wurde. Mangels Angaben zu den einzelnen Produkten lässt sich auf dieser Grundlage weder der Anteil von Bitcoin von jenem anderer digitaler Vermögenswerte trennen noch der Beitrag jedes einzelnen Fonds bestimmen. Die Branchenzahlen stammen zudem von Dritten (BestBrokers, SoSoValue, Farside Investors), deren Berechnungsmethoden in der Quelle nicht angegeben werden.
Für Leserinnen und Leser in der Schweiz beziehen sich diese Daten auf die Produkte von BlackRock und auf den US-ETF-Markt. Sie sagen nichts über die von der Schweiz aus zugänglichen kotierten Krypto-Produkte und deren Mittelflüsse aus. Sie erinnern jedoch an einen allgemeinen Mechanismus, der für jedes kotierte Produkt auf Basis von Kryptowährungen gilt: Sein Wert folgt in erster Linie jenem der zugrunde liegenden Vermögenswerte, und ein starker Anstieg der verwalteten Vermögen kann eher eine Marktbewegung widerspiegeln als ein neu erwachtes Interesse der Anleger. Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar.
Quellen
- Journal du Coin: «Krypto: Die ETF von BlackRock erholen sich um 63 %, weit entfernt vom Höchststand von 2025»




