Der US-amerikanische Broker Interactive Brokers hat am Dienstag, 13. Oktober, das Staking von Kryptowährungen für seine berechtigten Kunden lanciert, zunächst für Ethereum. Der Dienst stützt sich auf ZeroHash, die Infrastruktur, welche die Plattform bereits für ihr Kryptoangebot nutzt, wie das Journal du Coin unter Berufung auf die von Crypto Briefing veröffentlichten Details berichtet.

Der Start: Ethereum zuerst

Das Prinzip des Stakings ist Proof-of-Stake-Blockchains wie Ethereum eigen: Token werden gesperrt, um an der Validierung von Transaktionen teilzunehmen, und das Netzwerk zahlt im Gegenzug Erträge aus, deren Höhe vom Protokoll und von seiner Funktionsweise abhängt. Nichts davon ist im Voraus festgelegt.

Bei Interactive Brokers reichen berechtigte Kunden ihre Stake- und Unstake-Aufträge über ein eigenes Dashboard im Client Portal ein, das auch die ausstehenden Vorgänge anzeigt. Die Erträge werden in Form zusätzlicher Token ausgezahlt, die der bereits gestakten Position zugeschlagen werden. Die Position wächst also mit Zinseszinseffekt, solange sie gesperrt bleibt.

Wer betreibt konkret die Validatoren, und wer verwahrt die Token während der Sperrfrist? Die Quelle führt dies nicht aus, abgesehen von der ZeroHash zugeschriebenen Rolle als Infrastruktur.

Die Bedingungen: Kommission, Fristen, Berechtigung

Die Kosten lassen sich den Vertragsunterlagen des Brokers entnehmen. Laut Journal du Coin begrenzt der Zusatz zur Kundenvereinbarung die kombinierten Gebühren von Interactive Brokers und ZeroHash auf 30 Prozent der erzielten Erträge. Der Kunde behält also mindestens 70 Prozent der Erträge. Es handelt sich um eine Obergrenze: Die Quelle nennt den tatsächlich erhobenen Satz nicht.

Zur Liquidität hält dasselbe Dokument fest, dass jedes Proof-of-Stake-Netzwerk seine eigenen Regeln festlegt und Auszahlungen den Wartefristen des Protokolls unterliegen. Bei Ethereum führt der Ausstieg aus dem Stake über Warteschlangen, die sich je nach Netzwerkauslastung verlängern können, wie das Journal du Coin anmerkt. Die Token sind also nicht auf die Minute verfügbar: Wer einsteigt, legt den Sperrhorizont besser vorher fest.

Bleibt die Berechtigung. Der Dienst richtet sich an berechtigte Kunden von Interactive Brokers LLC, der US-Tochtergesellschaft der Gruppe, und die Verfügbarkeit hängt von der Tochtergesellschaft und vom Wohnsitzland ab. Die Quelle sagt nicht, ob Kunden mit Wohnsitz in der Schweiz betroffen sind.

Eine im Juni angekündigte Partnerschaft

Der Start vom Dienstag setzt eine ältere Partnerschaft um. Im Juni hatte ZeroHash sein Staking-as-a-Service-Angebot für Broker, Banken und Fintech-Plattformen vorgestellt. Interactive Brokers gehörte damals neben Public und BitMart zu den Lancierungspartnern. Sein CEO Milan Galik kündigte die Absicht an, das Staking neben den bestehenden Produkten anzubieten.

Der Broker hatte im Juli zudem sein Kryptoangebot erweitert: neun Token kamen über ZeroHash und drei über Paxos hinzu, für insgesamt 20 Anlagen, darunter Bitcoin, Ether, Solana (SOL) und XRP. Zuvor hatte er seine Einzahlungen an USDC angebunden, die 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche möglich sind. Das Staking von Solana wurde bereits mit der Ankündigung von ZeroHash als nächster Schritt erwähnt, ohne dass die Quelle einen Zeitplan nennt.

Die Fragen vor dem Staking

Die Quelle erwähnt kein vergleichbares Angebot bei in der Schweiz regulierten Anbietern und sagt nichts über hier wohnhafte Kunden. Für Schweizer Anlegerinnen und Anleger besteht die erste Prüfung darin, festzustellen, bei welcher Gesellschaft der Gruppe das eigene Konto eröffnet ist, und dann die dort geltenden Bedingungen zu konsultieren. Unabhängig vom Anbieter verdienen einige Punkte eine Klärung:

  • wer die Validatoren betreibt und wer die Token während des Stakings verwahrt;
  • welchen Anteil der Erträge der Anbieter und seine Partner einbehalten;
  • welche Ausstiegsfrist je nach Netzwerk gilt;
  • welche Netzwerke und welche Anlagen tatsächlich für das Staking offen sind.

Für das Journal du Coin reiht sich Interactive Brokers damit in die Gruppe der Akteure aus der traditionellen Finanzwelt ein, die sich auf den Krypto-Schienen einrichten. Es bleibt abzuwarten, ob die Vermögensverwalter folgen oder ob das Staking bei den Brokern ein Nischenthema bleibt.

Quellen

  • Journal du Coin, «Staking d’Ethereum : Interactive Brokers ouvre le service à ses clients éligibles via ZeroHash», 13. Oktober 2026