Auch der Schweizer Schokoladenhersteller Camille Bloch bleibt vom Rückgang des Schokoladenkonsums nicht verschont. Sein Geschäftsführer Daniel Bloch führt diesen Rückgang zu einem guten Teil auf die Hitzewelle dieses Sommers zurück. Er äusserte sich in einem Interview mit RJB, das am Dienstag im JdJ erschien, wie aus einer Meldung von Keystone-SDA hervorgeht, die SWI swissinfo.ch am 13. Oktober 2026 übernahm.

Was das Unternehmen bekannt gab

Laut Daniel Bloch verzeichnet das Unternehmen 2026 einen erneuten Umsatzrückgang von rund 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Er betont, dass dieses Vergleichsjahr bereits nicht gut gewesen sei: Der aktuelle Rückgang kommt also zu einer bereits geschwächten Basis hinzu und nicht zu einem günstigen Referenzjahr. Die wiedergegebenen Aussagen nennen weder den Umsatz in Franken noch den genauen Zeitraum dieser Schätzung noch die Aufteilung zwischen Schweizer Markt und Export.

Der Geschäftsführer spricht nicht von einem Einbruch. Er beschreibt einen Rückgang, aber keinen allgemeinen Absturz, räumt jedoch ein, dass der Trend schon seit einiger Zeit anhält und man sich darauf einstellen müsse. Beide Lesarten bestehen in seinen Aussagen nebeneinander: auf der einen Seite ein konjunktureller Schock im Zusammenhang mit dem Wetter, auf der anderen eine schon länger andauernde Erosion der Nachfrage.

Die Hitze, aber nicht nur

Die Hitzewelle ist die in den Vordergrund gestellte Erklärung: Bei warmem Wetter essen die Konsumentinnen und Konsumenten weniger Schokolade. Das Unternehmen nennt jedoch mehrere Faktoren, darunter den Preis der Schokolade und die allgemeine Konsumstimmung. Es handelt sich dabei um die Analyse der Geschäftsleitung; die Quelle liefert keine Zahlen, mit denen sich der Anteil jedes dieser Elemente am Rückgang messen liesse.

Zu den Rohstoffkosten nennt die Quelle keine jüngste Entwicklung des Kakaopreises. Sie verweist lediglich auf einen im Mai 2024 veröffentlichten Artikel von swissinfo.ch, der bereits den hohen Preis der Kakaobohnen sowie die Gesetze gegen die Entwaldung als Treiber einer Suche nach neuen Zutaten in der Branche erwähnte.

Und der Rest der Branche?

Die Meldung spricht von einer Schrumpfung des Schweizer Marktes, ohne sie zu beziffern. Sie zitiert weder Statistiken von Chocosuisse noch Daten zu den Verkäufen anderer Schokoladenhersteller. Auf dieser Grundlage lässt sich daher nicht sagen, ob der Rückgang bei Camille Bloch stärker oder schwächer ausfällt als jener der gesamten Branche.

Die Antwort des Unternehmens

Camille Bloch schliesst Daueraktionen aus. Langfristig, erklärt Daniel Bloch, könnten sie dem Ruf seiner Marken und seinen Margen schaden. Das Unternehmen will stattdessen seine Effizienz verbessern, die Kosten im Griff behalten und weiter innovieren, was sein Geschäftsführer für entscheidend hält.

Angesichts des schrumpfenden Binnenmarktes sucht der Schokoladenhersteller zudem mehr Wachstum im Ausland, insbesondere auf den Märkten des Kaukasus. Die Quelle gibt nicht an, welches Gewicht diese Absatzmärkte derzeit in seinem Umsatz haben.

Eine noch hypothetische Erholung

Das Unternehmen hofft auf eine Trendwende: Daniel Bloch wünscht sich, dass die Nachfrage mit sinkenden Temperaturen und dem Näherrücken der Festtage wieder anzieht. Es handelt sich um eine Erwartung, nicht um eine Feststellung. Der Hersteller betrachtet das Jahresende selbst als entscheidende Phase, um zu prüfen, ob sich diese Erholung einstellt und inwieweit sie die Abschwächung im Sommer ausgleichen könnte.

Für die Mitarbeitenden und die Lieferanten des Unternehmens erwähnen die wiedergegebenen Aussagen weder Massnahmen bei der Beschäftigung noch Änderungen in der Produktion. Der Schwerpunkt liegt auf Effizienz und Kostenkontrolle, deren konkrete Ausgestaltung nicht näher erläutert wird.

Quellen