Der Aromen- und Riechstoffkonzern Givaudan hat am Dienstag, 13. Oktober 2026, in einer von der Nachrichtenagentur AWP verbreiteten Mitteilung für die ersten neun Monate des Jahres einen Umsatz von 5,89 Milliarden Franken bekannt gegeben. Das Wachstum beträgt in diesem Zeitraum 5,2%, schrumpft aber auf 2,6%, wenn es in Franken ausgedrückt wird. Diese Differenz zwischen den beiden Messgrössen fasst das Wesentliche der Publikation zusammen: ein Geschäft, das wächst, und eine Berichtswährung, die einen Teil davon wegfrisst.

Höhere Preise und Volumen

Gemäss der von Allnews veröffentlichten Meldung beruht das Wachstum der ersten neun Monate 2026 auf zwei Treibern. Einerseits auf höheren Volumen. Andererseits auf Preiserhöhungen, die Givaudan mit den seit Jahresbeginn gestiegenen Rohstoffkosten begründet. Der Konzern hat die Verteuerung seiner Vorleistungen also zumindest teilweise an seine Kunden weitergegeben.

Die Quelle gibt nicht an, welchen Anteil Volumen und Preise jeweils am Gesamtwachstum haben. Auf Grundlage der verfügbaren Informationen lässt sich daher nicht sagen, welcher der beiden Faktoren stärker ins Gewicht fiel.

Der Währungseffekt, eine Bremse von 234 Millionen

Die Währungseffekte schlugen in den ersten neun Monaten 2026 mit 4% zu Buche, das heisst mit 234 Millionen Franken. Für ein Unternehmen, das seine Rechnung in Franken veröffentlicht, seine Umsätze aber in zahlreichen Währungen erzielt, verringert jede Aufwertung des Frankens zwangsläufig den umgerechneten Wert der im Ausland erzielten Einnahmen.

Auf eine Unsicherheit ist hinzuweisen: Die Differenz zwischen dem Wachstum von 5,2% und jenem von 2,6% in Franken beträgt 2,6 Prozentpunkte, während der Währungseffekt auf 4% beziffert wird. Die Meldung erklärt diesen Unterschied nicht. Andere Elemente, etwa die genaue Definition der vergleichbaren Basis, könnten eine Rolle spielen, doch die Quelle erlaubt es nicht, dies zu bestätigen.

Das Parfümgeschäft treibt das Wachstum

Beide Divisionen trugen in den ersten neun Monaten 2026 zum Wachstum bei, jedoch in sehr unterschiedlichem Ausmass:

  • Duft und Schönheit: Plus von 8,8% (7,8% in Franken) auf 3,15 Milliarden Franken. Allein im dritten Quartal legte das Parfümgeschäft um 13,5% zu.
  • Geschmack und Wohlbefinden: Plus von 1,5% auf 2,74 Milliarden Franken. In Franken ausgedrückt ging dieses Segment hingegen um 2,8% zurück.

Der Vergleich ist aufschlussreich. Im Parfümgeschäft kostet der Währungseffekt nur einen Prozentpunkt Wachstum. In der Division Geschmack und Wohlbefinden reicht er aus, um ein leichtes Wachstum nach der Umrechnung in Franken in einen Rückgang zu verwandeln. Die Meldung erläutert die Gründe für diesen Unterschied zwischen den Divisionen nicht.

Alle Regionen im Plus

Gemäss der Meldung trugen alle Regionen zum Wachstum bei, «trotz eines schwierigen Umfelds» in gewissen Endmärkten. In den ersten neun Monaten 2026:

  • Europa, Afrika und Naher Osten: 2,49 Milliarden Franken (+5,8%), grösster Beitrag.
  • Asien-Pazifik: 1,42 Milliarden Franken (+10,6%).
  • Nordamerika: 1,33 Milliarden Franken (+1,1% auf vergleichbarer Basis).
  • Lateinamerika: stabil bei 645 Millionen Franken.

Givaudan unterscheidet zudem zwei grosse Gruppen. Die sogenannten wachstumsstarken Märkte legten auf vergleichbarer Basis um 7,9% auf 2,91 Milliarden Franken zu, gegenüber 8,1% in der Vorjahresperiode. Die reifen Märkte weisen ein Plus von 2,7% auf 2,98 Milliarden Franken aus, gegenüber 3,4% ein Jahr zuvor. In beiden Fällen bleibt das Wachstum positiv, verlangsamt sich aber im Vergleich zu 2025 leicht.

Über den Erwartungen der Analysten

Die veröffentlichten Zahlen übertreffen die Erwartungen der Analysten, die für die ersten neun Monate 2026 mit Gesamteinnahmen von 5,78 Milliarden Franken gerechnet hatten. Für das Parfümgeschäft erwarteten sie 3,06 Milliarden Franken, gegenüber den veröffentlichten 3,15 Milliarden. Für die Aromen lag die Prognose bei 2,72 Milliarden Franken, gegenüber den veröffentlichten 2,74 Milliarden. Die Abweichung ist also vor allem beim Parfümgeschäft ausgeprägt.

Kein Jahresziel, Kurs auf 2030 bestätigt

Givaudan hat für das Geschäftsjahr 2026 keine spezifischen Ziele formuliert, bestätigt aber seine mittelfristigen Ambitionen. Bis 2030 strebt der Konzern Folgendes an:

  • ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 4 bis 6% auf vergleichbarer Basis;
  • einen durchschnittlichen bereinigten Cashflow von über 12%.

Gemessen an dieser Bandbreite liegt das Wachstum von 5,2% in den ersten neun Monaten 2026 im Zielbereich. Es handelt sich allerdings um einen Zeitraum von neun Monaten, während sich das Ziel auf einen mehrjährigen Durchschnitt bezieht: Eine vorsichtige Lesart ist angebracht. Die Quelle macht zudem keine Angaben zum Cashflow der Periode, zur Marge oder zum Gewinn, die nicht Teil dieser Umsatzpublikation sind.

Das Wichtigste in Kürze

Die veröffentlichten Zahlen zeigen ein Geschäft, das in allen Regionen und in beiden Divisionen wächst, getragen von Volumen und von Preiserhöhungen, die mit den Rohstoffkosten zusammenhängen. Die Interpretation hingegen verlangt nach Differenzierung: Der starke Franken nimmt den ausgewiesenen Umsätzen 234 Millionen Franken weg, und die Division Geschmack und Wohlbefinden geht nach der Umrechnung in Franken zurück. Dieser Artikel dient ausschliesslich der Information und stellt keine Anlageberatung dar.

Quellen