Die Preise für Wohneigentum sind in der Schweiz im dritten Quartal 2026 weiter gestiegen. Gemäss dem CIFI-Immobilienpreisindex für Privatimmobilien, der am Mittwoch, 7. Oktober 2026, veröffentlicht und von der Nachrichtenagentur Keystone-SDA verbreitet wurde, haben Käuferinnen und Käufer im Durchschnitt 0,8 % mehr bezahlt als im zweiten Quartal 2026 und 3,3 % mehr als im dritten Quartal 2025.

Was die veröffentlichten Zahlen aussagen

Die kommunizierten Daten beziehen sich auf den Zeitraum von Juli bis September 2026. Sie verteilen sich wie folgt:

  • Wohneigentum insgesamt: +0,8 % innerhalb eines Quartals (3. Quartal 2026 gegenüber dem 2. Quartal 2026) und +3,3 % innerhalb eines Jahres (gegenüber dem 3. Quartal 2025).
  • Eigentumswohnungen: +0,8 % zwischen Juli und September 2026 gegenüber dem Vorquartal und +2,8 % innerhalb eines Jahres.
  • Einfamilienhäuser: +0,7 % im Quartal und +3,9 % innerhalb eines Jahres.

Über zwölf Monate betrachtet fällt der Anstieg bei den Einfamilienhäusern (+3,9 %) somit deutlicher aus als bei den Eigentumswohnungen (+2,8 %), während die beiden Segmente allein im dritten Quartal 2026 in ähnlichem Tempo zulegen.

Was der Index misst und was man nicht weiss

Die Agenturmeldung stellt den CIFI als Preisindex für Privatimmobilien vor, der misst, was Käuferinnen und Käufer im Durchschnitt für ein Objekt bezahlt haben. Seine Methode beschreibt sie nicht im Detail: Auf Grundlage dieser einzigen Quelle ist nicht bekannt, ob er auf tatsächlich abgeschlossenen Transaktionen oder auf Angebotspreisen beruht, wie er die Qualität oder die Lage der Objekte berücksichtigt und wie gross die Stichprobe ist. Ebenso fehlt eine Aufschlüsselung nach Region oder Kanton. Gerade diese Elemente sind jedoch entscheidend, um eine Veränderung von wenigen Zehntelprozent einzuordnen.

Gemäss der Agenturmeldung ist das Immobilienberatungsunternehmen, das sich in der Mitteilung äussert, eine Tochtergesellschaft der Swiss Marketplace Group.

Wie sich diese Zahl in den Trend einordnen lässt

Die Quelle erlaubt nur einen einzigen zeitlichen Vergleich: jenen mit dem Vorquartal und jenen mit dem gleichen Quartal des Vorjahres. Sie bezeichnet die Entwicklung als Fortsetzung des Anstiegs, veröffentlicht aber weder die Reihe der früheren Quartale noch Daten über mehrere Jahre. Allein anhand dieses Dokuments lässt sich daher nicht sagen, ob sich das aktuelle Tempo im Vergleich zu den Vorjahren beschleunigt, verlangsamt oder stabilisiert.

Ein Hinweis zur Lesart ist jedoch angebracht: Ein Quartalsanstieg von 0,8 % und ein Jahresanstieg von 3,3 % sind nicht direkt vergleichbar. Letzterer umfasst vier Quartale und lässt sich nicht einfach durch Multiplikation des ersten mit vier ermitteln.

Das vom Beratungsunternehmen beschriebene Umfeld

Laut der in der Agenturmeldung zitierten Mitteilung sind die Immobilientransaktionen zurückgegangen, was zu einem Rückgang der Hypothekarvolumen geführt hat. Die Quelle beziffert weder diesen Rückgang bei den Transaktionen noch jenen bei den Hypotheken, und der behauptete Ursache-Wirkungs-Zusammenhang wird in der veröffentlichten Fassung nicht näher ausgeführt.

Das Beratungsunternehmen hält zudem fest, dass viele Haushalte trotz als günstig beurteilter Finanzierungsbedingungen nach wie vor Mühe haben, Wohneigentum zu erwerben. Es handelt sich dabei um eine Einschätzung des Unternehmens, nicht um eine bezifferte Angabe des Index.

Renditeliegenschaften, ein Segment für sich

Die Mitteilung erwähnt schliesslich die Anlageimmobilien, die ihr zufolge weiterhin auf eine starke Nachfrage stossen, insbesondere Wohnliegenschaften und gemischt genutzte Liegenschaften mit Gewerbeflächen. Die Preise in diesem Segment sind im dritten Quartal 2026 gegenüber dem zweiten Quartal 2026 um 1,4 % gestiegen. Eine Veränderung gegenüber dem Vorjahr liefert die Quelle für dieses Segment nicht.

Unsicherheiten, die man im Auge behalten sollte

  • Die Zahlen stammen aus einem einzigen Index, der von einem privaten Akteur veröffentlicht wird; andere Indizes können für denselben Zeitraum abweichende Entwicklungen messen.
  • Es handelt sich um landesweite Durchschnittswerte: Sie sagen nichts über die Entwicklung in einer bestimmten Region oder für ein bestimmtes Objekt aus.
  • Die Berechnungsmethode und eine allfällige spätere Revision der Daten werden in der Quelle nicht präzisiert.
  • Die Erklärungen zu den Transaktionen, zu den Hypothekarkrediten und zum Zugang zu Wohneigentum sind Interpretationen des Beratungsunternehmens, keine Messungen des Index.

Diese Zahlen beschreiben eine vergangene Preisentwicklung; sie stellen weder eine Prognose noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar.

Quellen