Für den teilweisen Ausstieg von Nestlé aus dem Flaschenwasser ist eine regulatorische Hürde genommen. Die Europäische Kommission gab am Dienstag bekannt, sie habe nach der EU-Fusionskontrollverordnung den gemeinsamen Erwerb von Nestlé Waters, einer luxemburgischen Gesellschaft, durch die US-Investmentgesellschaft Platinum Equity und durch Nestlé genehmigt. Der Konzern aus Vevey hatte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP noch nicht reagiert.

Was Brüssel festgestellt hat

Laut der Kommission betrifft die Transaktion, aus der das Joint Venture Peranel hervorgehen soll, «hauptsächlich die Lieferung von Flaschenwasser» sowie anderer Getränke (aus dem Englischen übersetzt). Sie ist der Ansicht, dass die Transaktion «keine Wettbewerbsprobleme aufwerfen würde, da die Unternehmen weder auf demselben Markt noch auf vertikal verbundenen Märkten tätig sind» (aus dem Englischen übersetzt).

Diese Genehmigung ist eine Feststellung: Sie betrifft ausschliesslich die Auswirkungen der Transaktion auf den Wettbewerb in der Europäischen Union. Über die Strategie von Peranel oder dessen künftige Ergebnisse sagt sie nichts aus.

Das Vorhaben: die Hälfte des Wassergeschäfts abgegeben

Im Juli hatte Nestlé bekannt gegeben, diesen US-Finanzpartner für Nestlé Waters gefunden zu haben. Der Konzern plant, die Hälfte seines Flaschenwassergeschäfts abzugeben, das «mehr als 30 Marken umfasst, deren Produkte in 120 Ländern verkauft werden» (aus dem Englischen übersetzt), darunter S.Pellegrino, Perrier und Acqua Panna.

Die bereits aufgeschaltete Website peranel.com listet mehrere dieser Marken auf: die Westschweizer Marke Henniez, die französischen Marken Perrier, Vittel, Contrex und Hépar, aber auch Sohat im Libanon und Buxton im Vereinigten Königreich.

Zu den Zahlen: Die Transaktion bewertet Peranel mit 4,9 Milliarden Euro, also 4,5 Milliarden Franken. Nestlé rechnet zudem damit, im ersten Halbjahr des kommenden Jahres rund 2,8 Milliarden Franken einzunehmen, ein Betrag, der über der Hälfte dieser Bewertung liegt. Die Quelle führt nicht aus, wie diese Summe berechnet wird.

Warum sich Nestlé von seinem Wassergeschäft trennt

Die Division Nestlé Waters war vom Skandal um illegale Filter betroffen, die in Frankreich zur Behandlung von Mineralwasser eingesetzt wurden. Nestlé wollte sich seit 2024 aus diesem Geschäft zurückziehen. Die Quelle nennt weder weitere strategische Gründe noch die Rolle der aktuellen Konzernleitung bei diesem Entscheid.

Was noch bevorsteht

Die nächsten Schritte sind eine Prognose. Ende Juli rechnete Nestlé mit einem Abschluss der Transaktion im ersten Halbjahr 2027. Die Quelle gibt nicht an, ob vor dem Abschluss noch weitere Genehmigungen ausstehen.

Für die Schweiz führt die direkteste Verbindung über Henniez, das zu den Marken von Peranel gehört, sowie über den Konzernsitz in Vevey. Mögliche Auswirkungen auf die Beschäftigung in der Schweiz werden in der Quelle nicht erwähnt.

Quellen