Robotaxis sind in Europa nach wie vor eine Kuriosität, doch wer sie ausprobiert hat, behält sie eher in guter Erinnerung. Das ist eine der Erkenntnisse eines Berichts des Instituts für Mobilität der Universität St.Gallen (HSG), der in Partnerschaft mit Mobileye entstanden ist, einem israelischen Unternehmen, das auf autonomes Fahren spezialisiert ist. Vorgestellt wird das Dokument von Fintechnews Switzerland, das den genauen Titel nicht nennt.

Was die Studie gemessen hat

Der Bericht verbindet zwei Ansätze: die Einschätzungen von Branchenfachleuten und eine Konsumentenbefragung in ganz Deutschland. Er will erklären, warum Robotaxis in Europa eingeführt werden sollten, die zentralen Elemente des Marktes und den Stand der Branche bewerten sowie die Wahrnehmungen und Absichten der Nutzerinnen und Nutzer erfassen. Für die gemeinsam mit Uranos durchgeführte Umfrage wurden im Februar und März 2026 mehr als 2’500 Personen in Deutschland befragt. Die Quelle macht keine Angaben zur Erhebungsmethode, zur Zusammensetzung der Stichprobe oder zur Fehlermarge.

Ein bekanntes Konzept, eine marginale Nutzung

Erstes Ergebnis: Zwei Drittel der Befragten kennen das Konzept des Robotaxis, aber nur 2 % haben bereits eines genutzt. Die Autoren sehen darin ein Abbild des Fehlens etablierter Angebote in Europa, im Gegensatz zu den USA oder China.

Bei jenen, die den Schritt gewagt haben, fällt die Bilanz positiv aus: Rund 30 % berichten von einer positiven Erfahrung und würden wieder ein Robotaxi nehmen, während 34 % sie als durchschnittlich beurteilen und sich eine weitere Fahrt vorstellen könnten. Der Artikel präzisiert nicht, auf welcher Grundlage diese Prozentsätze berechnet sind. Beziehen sie sich nur auf die Nutzerinnen und Nutzer, beruhen sie auf einer kleinen Teilgruppe der Stichprobe, was zur Vorsicht mahnt.

Zuerst der Preis, dann die Sicherheit

Bei geteilten Robotaxis, die nach Art eines autonomen Shuttles weitere Fahrgäste mitnehmen, sind die Kosten das wichtigste Kriterium: 49 % der Befragten würden sie in Betracht ziehen, wenn sie damit ihre Ausgaben senken könnten. Zudem verlangen sie, dass das Teilen keinen Zeitverlust bedeutet (38 %), und möchten ihre Mitreisenden im Voraus kennen (17 %).

Die Umfrage zählt auch Zurückhaltende: 29 % der Befragten kennen Robotaxis, möchten sie aber nicht nutzen. Die meisten von ihnen nennen keinen bestimmten Grund, und 42 % geben an, mit ihrer heutigen Mobilität zufrieden zu sein. Auch die Sicherheit fällt ins Gewicht: 34 % nennen ihre Befürchtungen gegenüber dem autonomen Fahren. Die wahrgenommenen Kosten einer Fahrt gehören ebenfalls zu den Hauptsorgen der deutschen Befragten. Fintechnews erinnert in diesem Zusammenhang an mehrere Vorfälle in den USA, darunter die Sicherheitsprüfung, der die Robotaxis von Tesla derzeit unterzogen werden.

Die Grenzen, die man im Auge behalten sollte

Drei Vorbehalte drängen sich auf. Erstens betrifft die als positiv beurteilte Erfahrung nur einen sehr kleinen Teil der befragten Bevölkerung, da erst 2 % ein Robotaxi genommen haben. Zweitens ist der Bericht gemeinsam mit Mobileye entstanden, einem Unternehmen aus der Branche des autonomen Fahrens; die Quelle sagt nicht, wie diese Zusammenarbeit methodisch abgesichert wurde. Drittens bezieht sich die Umfrage auf Deutschland, einen der in diesem Bereich am weitesten fortgeschrittenen Märkte Europas. Die 2022 in Kraft getretene Verordnung zur Genehmigung und zum Betrieb von Kraftfahrzeugen mit autonomer Fahrfunktion (AFGBV) schafft dort einen rechtlichen Rahmen für Fahrzeuge der Stufen 3 und 4, bei denen die Kontrolle hauptsächlich oder ausschliesslich beim Fahrzeug liegt. Die Befragten leben also in einem Land, in dem das Thema bereits geregelt ist.

Und die Schweiz?

Der Artikel von Fintechnews enthält keinerlei Daten zur Schweiz oder zu Schweizer Nutzerinnen und Nutzern. Die deutschen Zahlen lassen sich daher nicht unverändert übertragen. Sie bieten jedoch ein Interpretationsraster: Die Bekanntheit liegt deutlich vor der Nutzung, und die Akzeptanz scheint vor allem vom Preis und vom Vertrauen in die Sicherheit abzuhängen. Für den Schweizer Markt sind das zu überprüfende Hypothesen, keine gesicherten Ergebnisse.

Was die Aussichten betrifft, gibt die Quelle an, dass in Europa mehr als 100 Pilotprojekte mit autonomen Fahrzeugen lanciert wurden und dass MOIA, Anbieter von geteilten Fahrdiensten des Volkswagen-Konzerns, eine Expansion von Hamburg nach Berlin, Oslo und Los Angeles angekündigt hat. Branchenakteure bezeichnen 2026 als «Jahr der Robotaxi-Expansion» (aus dem Englischen übersetzt). Es handelt sich um Prognosen; die Quelle erwähnt keinen in der Schweiz geplanten Dienst.

Quellen