Maschinenbaustudierende der ETH Zürich haben im Rahmen eines einjährigen Bachelorprojekts ein autonomes Velo namens AutoBike gebaut. Das gibt die ETH Zürich in einem Beitrag von ETH News bekannt, der am 6. Oktober 2026 erschienen ist und von Nicole Davidson von der Hochschulkommunikation verfasst wurde. Die hervorgehobene Idee: Ein solches Velo könnte künftig Veloverleih-Unternehmen dabei helfen, ihre Flotten neu zu verteilen.
Was das Projekt hervorgebracht hat
Laut der ETH Zürich konnten die Studierenden im Rahmen des Projekts die Technologie «vom Konzept bis zum Prototyp» entwickeln. Das gesicherte Ergebnis lässt sich somit wie folgt zusammenfassen:
- ein Velo, das sich autonom fortbewegen kann, wurde von Bachelorstudierenden entworfen und gebaut;
- es handelt sich um einen Prototyp aus einem Lehrprojekt mit einer Dauer von einem Jahr;
- die ETH ordnet das Projekt der Rubrik «Teaching & Learning» zu, also der Lehre, und nicht einem Forschungsprogramm oder einer industriellen Entwicklung.
Das anvisierte Problem: die Umverteilung der Velos
In einem Veloverleihsystem bleiben die Velos nicht dort, wo man sie braucht: An manchen Orten sammeln sie sich an, an anderen fehlen sie. Die Betreiber müssen sie deshalb umverteilen. Zu dieser Aufgabe könnte das AutoBike beitragen, so die ETH, die von einem «Potenzial» spricht, den Unternehmen der Branche «in Zukunft» zu helfen.
Diese Formulierung ist als das zu lesen, was sie ist: eine Perspektive, keine Anwendung. Die Quelle erwähnt weder eine Partnerschaft mit einem Betreiber noch einen Test mit einer echten Flotte oder Pläne für eine Kommerzialisierung.
Wie es funktioniert: was die Quelle nicht sagt
Der uns vorliegende Text von ETH News ist kurz und beschreibt die Methode nicht. Er gibt insbesondere nicht an:
- wie das Velo ohne Fahrer das Gleichgewicht hält;
- welche Sensoren es nutzt, um seine Umgebung wahrzunehmen, und wie es sich orientiert;
- unter welchen Bedingungen es getestet wurde (abgesperrte Strecke, Campus, öffentliche Strasse), über welche Distanzen und mit welchen gemessenen Ergebnissen;
- wie viele Studierende beteiligt waren und unter welcher Betreuung;
- was der Prototyp gekostet hat oder was nötig wäre, um ihn für Serienvelos anzupassen.
Der Beitrag der ETH verweist auf eine eigene Seite zum Projekt AutoBike, die wir für diesen Artikel nicht konsultiert haben. Ohne diese Angaben können wir weder den erreichten Grad an Autonomie noch die Robustheit des Systems beurteilen.
Was sich konkret ändert
Vorerst nichts für die Nutzerinnen und Nutzer von Leihvelos: Kein AutoBike ist in einer kommerziellen Flotte unterwegs, und die Quelle kündigt auch keines an. Das Projekt zeigt, dass ein Team von Bachelorstudierenden ein autonomes Velo innerhalb eines Jahres bis zum Prototypstadium bringen konnte. Zwischen diesem Prototyp und einem Einsatz bei Betreibern müssten noch die Zuverlässigkeit des Systems unter realen Bedingungen, seine Sicherheit im Verkehr und sein wirtschaftlicher Nutzen nachgewiesen werden – alles Fragen, auf die die Quelle nicht eingeht.
Quellen
- ETH Zürich, ETH News, Nicole Davidson, «Autonomous bike: ETH students redefine bike-sharing», 6. Oktober 2026 (auf Englisch).




