Drei junge Unternehmen der Schweizer Medtech-Branche haben Fortschritte gemeldet, wie aus einer Zusammenfassung von Medienmitteilungen hervorgeht, die Startupticker.ch am 15. Oktober 2026 veröffentlicht hat. OxyPrem hat die CE-Kennzeichnung für sein Gewebeoxymeter NOAH erhalten, das NeuroLF-System von Positrigo ist als erstes auf das Gehirn spezialisiertes PET-Gerät von EARL akkreditiert worden, und MindMaze Therapeutics hat Praxisdaten aus einem Programm mit Vibra Healthcare vorgestellt. Drei Schritte unterschiedlicher Art: eine regulatorische Zulassung, eine Akkreditierung der Bildqualität und Anwendungsdaten. Keiner sagt dasselbe aus, und keiner sagt alles.
OxyPrem: CE-Kennzeichnung für NOAH
Das NOAH Tissue Oximeter System von OxyPrem hat die CE-Kennzeichnung gemäss der europäischen Medizinprodukteverordnung (MDR 2017/745) erhalten. Laut Mitteilung bereitet das Unternehmen nun die Vermarktung in Europa vor, und das System ist in den Märkten erhältlich, die die CE-Kennzeichnung anerkennen. Das Gerät beruht auf der Nahinfrarotspektroskopie (NIRS) und misst nicht invasiv und kontinuierlich die Sauerstoffversorgung des Gewebes, auch im Gehirn von Frühgeborenen.
Die Methode ist nicht neu: NIRS wird seit mehr als 25 Jahren eingesetzt und war Gegenstand von mehr als 14'000 Forschungspublikationen. Laut der Quelle liegen ihre Schwierigkeiten in der Genauigkeit der Sensoren und in ihrer Handhabung. Genau hier positioniert sich OxyPrem. Sein Sensor NOAH Sensor Small analysiert das Gewebe mit mehr als 10 Wellenlängen und weist bei Neugeborenen eine Genauigkeit (ARMS) von 2,5 % in den StO₂-Bereichen von 35–55 % und 50–85 % aus. Ein dynamischer Selbstkalibrierungsalgorithmus soll die Vorbereitungszeit verkürzen. Der wiederverwendbare Sensor hat eine Hülle aus biokompatiblem Silikon und wird ohne Klebstoff befestigt, mit einer einfachen Bandage oder unter einer CPAP-Mütze.
Was der Schritt bestätigt: die Konformität des Geräts mit dem europäischen Regulierungsrahmen, die den Marktzugang eröffnet. Was er nicht beweist: Die Genauigkeit von 2,5 % ist eine Angabe des Unternehmens, und die Quelle legt keine Daten zur Wirkung des Geräts auf die Versorgung in der neonatologischen Intensivpflege vor.
Positrigo: EARL-Akkreditierung für NeuroLF
NeuroLF von Positrigo ist ein ultrakompaktes System für die Positronen-Emissions-Tomographie (PET), das ausschliesslich für die Bildgebung des Gehirns konzipiert ist. Dank seines geringen Platzbedarfs soll die PET näher an neurologische Praxen und Bildgebungszentren rücken, ohne die Infrastruktur, die herkömmliche Ganzkörper-PET/CT-Systeme erfordern.
Das am LMU Klinikum in München installierte Gerät wurde im Rahmen des Programms EANM Research Ltd. (EARL) akkreditiert. Diese Initiative der Europäischen Gesellschaft für Nuklearmedizin (EANM) will die PET-Bildgebung zwischen den Zentren in Europa harmonisieren und standardisieren, um eine gleichbleibende Bildqualität und vergleichbare quantitative Messungen zu gewährleisten. Das ist ein wichtiges Kriterium für multizentrische klinische Studien und für Verlaufskontrollen über längere Zeit. Das Verfahren wurde von der Klinik für Nuklearmedizin des LMU Klinikums durchgeführt, die NeuroLF in der Klinik und in der Forschung zu neurodegenerativen Erkrankungen einsetzt.
Was der Schritt bestätigt: Die Bilder dieser Installation erfüllen die europäischen Standards für Vergleichbarkeit, sodass das Gerät in multizentrische Studien eingebunden werden kann. Was er nicht beweist: Die Quelle liefert keine Daten zur diagnostischen Leistung von NeuroLF.
MindMaze: Daten zur Rehabilitation zu Hause
MindMaze Therapeutics hat neue Daten aus einem Programm vorgestellt, das an mehreren Standorten mit Vibra Healthcare durchgeführt wurde. Es handelt sich um ein retrospektives Qualitätsverbesserungsprogramm ohne Kontrollgruppe. Es umfasste 177 Rehabilitationsepisoden bei 172 Erwachsenen mit verschiedenen neurologischen Erkrankungen, hauptsächlich Schlaganfällen, an vier ambulanten Standorten von Vibra Healthcare. Die Teilnehmenden absolvierten mit MindMotion GO ein achtwöchiges Trainingsprogramm zu Hause, mit einer optionalen Verlängerung um vier Wochen und regelmässiger Betreuung durch eine Therapeutin oder einen Therapeuten.
Laut dem Unternehmen hat die Nutzung von MindMotion zu Hause die gesamte Dosis des motorischen Trainings im Median verdreifacht, verglichen mit der üblichen ambulanten Therapie allein. 84 % des aktiven Trainings wurden selbstständig absolviert, ohne direkte Aufsicht. Die Teilnehmenden zeigten zudem statistisch signifikante Verbesserungen bei der funktionellen Selbstständigkeit, dem Gleichgewicht, der Mobilität und der Kognition sowie eine hohe Zufriedenheit.
Was der Schritt bestätigt: die Machbarkeit eines intensiveren Trainings zu Hause mit grosser Selbstständigkeit unter realen Versorgungsbedingungen. Was er nicht beweist: Ohne Kontrollgruppe und mit retrospektivem Ansatz lässt das Programm nicht zu, die beobachteten Fortschritte dem Werkzeug statt der spontanen Erholung oder der üblichen Versorgung zuzuschreiben. MindMaze sieht darin eine Stütze für seine Strategie der intensiven Rehabilitation zu Hause, im Hinblick auf die Lancierung von MindMotion Lite, einer Tablet-Version, die für Ende 2026 angekündigt ist. Dieses Produkt ist noch nicht auf dem Markt.
Quellen
- Startupticker.ch: «Major developments for three Swiss Medtech startups»




