Das Zürcher Start-up Tivano hat von REPIC einen Förderbeitrag für die Skalierung von 500’000 Franken erhalten, wie Startupticker.ch berichtet. Der Betrag soll ihm helfen, in Namibia zu wachsen, wo es invasive holzige Biomasse entfernt und in unterirdischen Tresoren vergräbt, damit der darin enthaltene Kohlenstoff nicht wieder in die Atmosphäre gelangt.

Ein Förderbeitrag, keine Finanzierungsrunde

Die Mitteilung ist als das zu lesen, was sie ist. Die 500’000 Franken werden als Förderbeitrag gewährt (grant im Quelltext). Dieser erwähnt weder Investoren noch eine Beteiligung oder ein Darlehen. Es handelt sich also nicht um eine Finanzierungsrunde im Sinne des Start-up-Ökosystems, sondern um eine gezielte Unterstützung für ein Projekt.

Laut der Quelle unterstützt REPIC den Wissens- und Technologietransfer aus der Schweiz in Entwicklungs- und Transitionsländer, mit Schwerpunkt auf erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und Ressourceneffizienz. Das Projekt von Tivano erfüllt die Förderkriterien. Der Beitrag soll den Übergang der Aktivitäten zur Kohlenstoffentnahme von der Demonstrationsphase zum grossflächigen Einsatz begleiten.

Das Ausgangsproblem: die Verbuschung

In Namibia ist die Verbuschung eine grosse Herausforderung: Einheimische Gehölzpflanzen, Bäume und Sträucher, breiten sich dicht und aggressiv in Grasland, Savannen und Weideflächen aus, zulasten der Gräser und der Krautschicht. Daraus entstehen grosse Mengen überschüssiger Biomasse, die meist verbrannt oder vergiftet wird, wodurch CO₂ freigesetzt wird.

Hier setzt das ETH-Spin-off Tivano an. Das Unternehmen entfernt gezielt unerwünschte holzige Vegetation und lagert die verarbeitete Biomasse anschliessend in unterirdischen Tresoren, vergrabenen physischen Bauwerken. Ziel ist es, ihre Zersetzung und damit die Freisetzung des Kohlenstoffs über Jahrhunderte zu verhindern. Die Tresore sind mit Sensoren für eine kontinuierliche Überwachung ausgestattet. Laut der Quelle ermöglicht der Ansatz auch die Erholung einheimischer Gräser und Savannenökosysteme.

Was das Projekt Dragonfly bereits gezeigt hat

Das Projekt Dragonfly von Tivano in Namibia diente als Demonstration. Laut Startupticker.ch wurden dort parallel zu den Aktivitäten zur Kohlenstoffentnahme 120 Hektar Land wiederhergestellt. Mehr als 1000 Tonnen CO₂ wurden bereits entfernt, was dem Unternehmen 1049 Zertifikate für Kohlenstoffentnahme über Puro.earth einbrachte. Diese Zertifikate sind nach der Methodik Terrestrial Storage of Biomass von Puro.earth zertifiziert, mit einer Dauerhaftigkeit von mehr als 100 Jahren.

Das Unternehmen gibt zudem an, mit lokalen Partnern zusammenzuarbeiten und so zur Beschäftigung und zur Wirtschaftstätigkeit in der Region beizutragen.

Welches Geschäftsmodell?

Die Mitteilung beschreibt das Geschäftsmodell von Tivano nicht im Detail. Seine Logik lässt sich darin jedoch erkennen: Jede entfernte und dauerhaft gespeicherte Tonne CO₂ führt zu Entnahmezertifikaten, die von einer Drittpartei, Puro.earth, zertifiziert werden. Die Quelle sagt weder, an wen diese Zertifikate gehen, noch zu welchem Preis.

Genau das ist einer der angekündigten Verwendungszwecke des Förderbeitrags: die Entwicklung des operativen Modells zu unterstützen, das für einen Einsatz in grösserem Massstab nötig ist. Parallel dazu treibt Tivano in Namibia das Projekt Butterfly voran, dessen Kohlenstofftresor Butterfly 1 im Bau ist. Die Unterstützung von REPIC soll diese Arbeiten beschleunigen.

Ein Start-up des Jahrgangs 2024

Tivano wurde 2024 in Zürich gegründet. Das Unternehmen nimmt derzeit an UPortunity teil, dem von UBS gesponserten Start-up-Accelerator der ETH.

Quellen

  • Startupticker.ch: «Tivano secures CHF 500k to accelerate CO2 removal across Namibia»