Das World Economic Forum (WEF) hat US-Präsident Donald Trump erneut zu seinem Jahrestreffen im Januar in Davos eingeladen. «Alle Staatschefs der G20-Länder haben die Einladung bereits auf dem Tisch», sagte Alois Zwinggi, Präsident und Geschäftsführer des Forums, in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der Tageszeitung Südostschweiz, wie die Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtet, deren Meldung SWI swissinfo.ch übernommen hat.

Eine Einladung ist keine Zusage. Aus den verfügbaren Quellen geht nicht hervor, ob Donald Trump anreisen wird. Das Versenden der Einladung entspricht der üblichen Praxis des WEF gegenüber den G20-Staatsführern; über ihre Teilnahme sagt es nichts aus.

Davos 2027: Daten und Teilnehmerliste

Das nächste Jahrestreffen findet vom 18. bis 22. Januar 2027 in Davos statt. Laut Alois Zwinggi wird das WEF die Teilnehmerliste bis zum 10. Januar vertraulich behandeln, sofern eine Regierung nicht ausdrücklich etwas anderes verlangt. Mit anderen Worten: Eine Delegation kann ihr Kommen selbst früher ankündigen, das Forum wird jedoch vor diesem Datum keine offizielle Liste veröffentlichen.

Für die Organisation hat diese Regel eine einfache Folge: Bis Anfang Januar bleiben Spekulationen über die Anwesenheit dieses oder jenes Staatschefs Vermutungen, es sei denn, eine Regierung hebt die Vertraulichkeit selbst auf.

Eine Teilnahme, die die letzte Ausgabe dominiert hatte

Die Teilnahme von Donald Trump hatte die vorherige Ausgabe des Forums in Davos dominiert, erinnert swissinfo.ch. Sollte der US-Präsident zurückkehren, wäre die Lage wahrscheinlich vergleichbar, ebenso wie die Kritik, die sein Besuch ausgelöst hatte, schätzt das Medium. Die Quellen führen weder die Art dieser Kritik noch allfällige organisatorische Massnahmen aus, die ein solcher Besuch für die Schweiz als Gastland mit sich bringen würde.

Das WEF beansprucht die Rolle einer neutralen Plattform

Auf diese Entscheidung angesprochen, verteidigt Alois Zwinggi die Linie des Forums. Das WEF versteht sich als neutrale Plattform, die Stimmen «aus einem breiten Spektrum» auf die Bühne bringt. Dialog, fügte er hinzu, sei besser als gar kein Dialog. «Das bedeutet, dass wir bereit sein müssen, uns auch mit Personen oder Themen auseinanderzusetzen, bei denen wir uns unwohl fühlen», sagte der WEF-Chef.

Diese Haltung erklärt die Logik der Einladung: Für das Forum gehört es zu seinem Selbstverständnis als Begegnungsort, alle G20-Staatsführer einzuladen, unabhängig von den Kontroversen, die dieser oder jener Gast auslösen kann.

Das Wichtigste in Kürze

Zum jetzigen Zeitpunkt steht nur eine Tatsache fest: Die Einladung wurde verschickt, wie an alle Staatschefs der G20, so der Präsident des Weltwirtschaftsforums. Die Teilnahme von Donald Trump ist nicht bestätigt, und die offizielle Teilnehmerliste wird erst ab dem 10. Januar veröffentlicht, sofern eine Regierung nichts anderes verlangt. Das Originalinterview der Südostschweiz ist in den konsultierten Quellen nicht verlinkt; die Meldung von Keystone-SDA wurde von swissinfo.ch aus dem Deutschen übersetzt.

Quellen