Bundespräsident Guy Parmelin hat am Donnerstag, 15. Oktober, im Rahmen seines offiziellen Besuchs in Thailand den thailändischen Premierminister Anutin Charnvirakul in Bangkok getroffen. Laut der vom SECO veröffentlichten Medienmitteilung drehten sich die Gespräche um die bilateralen Beziehungen, um das zwischen der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) und Thailand ausgehandelte Freihandelsabkommen sowie um das internationale Geschehen.

Ein ausgehandeltes EFTA-Abkommen, noch nicht in Kraft

Die Medienmitteilung bezeichnet das Freihandelsabkommen zwischen der EFTA und Thailand als «Schlüsselfaktor» für die Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Ländern. Sie stellt es als «ausgehandeltes» Abkommen dar. Die beiden Regierungschefs erörterten die Schritte, die vor seinem Inkrafttreten noch zu bewältigen sind, und wie sich die Chancen, die es bietet, am besten nutzen lassen.

Zu mehreren Punkten schweigt der Text hingegen. Er erläutert den Inhalt des Abkommens nicht, weder die Zölle noch die Ursprungsregeln oder andere Bestimmungen. Ebenso wenig gibt er an, wie weit Unterzeichnung und Ratifizierung gediehen sind oder ab wann das Abkommen in Kraft treten könnte. Derzeit ist also nur bekannt, dass die Verhandlungen abgeschlossen sind und noch Schritte ausstehen. Daraus Schlüsse auf einen Zeitplan zu ziehen, wäre verfrüht.

Die für Schweizer Exporte identifizierten Branchen

Laut SECO haben beide Seiten in mehreren Branchen Potenzial ausgemacht, insbesondere:

  • verarbeitende Industrie und Automatisierung;
  • digitale Technologien und Infrastruktur;
  • nachhaltige Technologien.

Eine Schweizer Wirtschaftsdelegation begleitet den Bundespräsidenten bei seinen Besuchen in Thailand und Vietnam, heisst es in der Medienmitteilung. Zahlen zum Handel zwischen der Schweiz und Thailand nennt sie allerdings nicht.

Zum Klima betonte Guy Parmelin das Interesse der Schweiz, im Rahmen der Zusammenarbeit nach Artikel 6 des Übereinkommens von Paris in Thailand in die Verringerung der Treibhausgasemissionen zu investieren. Dieser Mechanismus ermöglicht es einem Land, Emissionsreduktionen zu finanzieren, die in einem anderen Land erzielt werden.

Langjährige menschliche Verbindungen

Die Schweiz und Thailand unterhalten seit 95 Jahren diplomatische Beziehungen. Die Schweizer Gemeinschaft in Thailand zählt laut SECO mehr als 13 000 Personen und ist damit die grösste im asiatisch-pazifischen Raum. Rund 30 000 thailändische Staatsangehörige leben in der Schweiz.

Die Gespräche betrafen auch die internationale Lage und ihre Auswirkungen auf die Stabilität der Region, die Welthandelsorganisation und ihre Reform, die Vereinten Nationen sowie die Rolle Genfs als Zentrum der multilateralen Diplomatie. Guy Parmelin würdigte zudem das Engagement Thailands gegen Online-Betrugsnetzwerke.

Der Bundespräsident hält sich in Thailand auf, um an der Jahrestagung der Bretton-Woods-Institutionen teilzunehmen, die dieses Jahr in Bangkok statt in Washington stattfindet, wo diese Institutionen ihren Sitz haben.

Nächste Station: Vietnam

Anschliessend reist Guy Parmelin nach Vietnam, wo er am Samstag, 17. Oktober, in Hanoi von Präsident Tô Lâm empfangen wird. Geplant sind Treffen mit Premierminister Lê Minh Hưng, dem Präsidenten der Nationalversammlung Trần Thanh Mẫn und weiteren Regierungsmitgliedern. Laut der Medienmitteilung wird der Besuch insbesondere von der Unterzeichnung des Freihandelsabkommens zwischen den EFTA-Staaten und Vietnam geprägt sein, die für den 18. Oktober vorgesehen ist. Eine angekündigte Unterzeichnung, die noch kein Inkrafttreten bedeutet.

Quellen