Die Zollabgabe, welche die Europäische Union auf kleine Pakete aus Drittstaaten erhebt, wirkt sich bis in die Schweiz aus. Laut einer Meldung von Keystone-SDA, die SWI swissinfo.ch am 3. Oktober 2026 veröffentlicht hat, ist die Zahl der von der Post in die EU versandten Pakete um einen zweistelligen Prozentsatz zurückgegangen. Eine genauere Zahl nennt die Quelle nicht.
Was die EU beschlossen hat
Gemäss der Meldung zielen zwei verschiedene Massnahmen auf Einfuhren in die EU aus Drittstaaten, zu denen auch die Schweiz gehört:
- Ein pauschaler Zoll von 3 Euro pro Artikel, der seit Juli erhoben wird. Grundsätzlich bezahlen ihn die Verkäufer oder die Importeure. Manche Händler wälzen ihn über höhere Preise auf die Konsumentinnen und Konsumenten ab.
- Eine europäische Verwaltungsgebühr, die ab dem 1. November gilt. Onlinehandelsplattformen wie Shein, Temu und AliExpress müssen sie bezahlen. Die Höhe nennt die Quelle nicht.
Laut der Meldung sollen diese Massnahmen den Zustrom billiger Pakete bremsen. Die Quelle zitiert und verlinkt den europäischen Rechtstext, auf dem sie beruhen, nicht und gibt auch nicht an, welche EU-Institution sie beschlossen hat. Dieser Artikel hält sich deshalb an das, was sie berichtet.
Die Aussagen des Direktors der Post
Pascal Grieder, den die Quelle als Direktor der Post vorstellt, hat sich in einem Interview mit der Schweiz am Wochenende zur Lage geäussert. Seine Aussagen sind Einschätzungen, keine gesicherten Feststellungen:
- Die Schweiz sei nicht speziell das Ziel dieser Entscheide gewesen, doch sie träfen auch Schweizer Exporteure, hält er fest.
- Er rechnet mit einer schrittweisen Rückkehr zur Normalität: «Die Lage dürfte sich jedoch nach und nach normalisieren», sagt er. Ihm zufolge war dies in den USA der Fall, wo eine ähnliche Abgabe zunächst eine noch stärkere Wirkung hatte.
- Er bezweifelt, dass «das Ziel, den Markt vor chinesischen Importen zu schützen, erreicht wird». Er erklärt, dass Unternehmen wie der chinesische Billighändler Temu grosse Lager in Europa einrichten, um der Abgabe zu entgehen.
Die Paketmengen in der Schweiz
Die Meldung nennt auch einige Zahlen zur Tätigkeit der Post:
- Die Post verarbeitet heute pro Jahr 100 Millionen Pakete mehr als vor zehn Jahren.
- 60 Millionen Pakete stammen von grossen europäischen Anbietern, 20 Millionen von kleinen Unternehmen und 20 Millionen aus China. Die Quelle gibt nicht an, ob sich diese Aufteilung auf die Zunahme um 100 Millionen oder auf eine andere Basis bezieht.
- In zehn Jahren ist der Anteil der chinesischen Pakete von 6 % auf 11 % des Gesamtvolumens gestiegen.
Quellen
- «EU parcel tax ‘will not slow Chinese retailers’: Swiss Post boss», SWI swissinfo.ch (Keystone-SDA), 3. Oktober 2026. Die Zitate von Pascal Grieder sind aus dieser englischen Fassung übersetzt, die ihrerseits aus dem Französischen übersetzt wurde.




