Der Stellenmarkt in der Schweiz hat sich im dritten Quartal leicht aufgehellt. Der Swiss Job Market Index, den Adecco unter Mitwirkung der Universität Zürich erstellt, hat sowohl gegenüber dem Vorquartal als auch gegenüber dem Vorjahr 0,8 Punkte zugelegt und steht nun bei 131,5 Punkten. Die Zahlen stammen aus einer Medienmitteilung der Personalvermittlungsgruppe, die am Donnerstag veröffentlicht und von den Agenturen AWP und Keystone-SDA aufgegriffen wurde.

Ein gemässigter Anstieg, auf beiden Zeithorizonten

Der Zuwachs ist derselbe, ob man den Index mit dem Vorquartal oder mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres vergleicht: +0,8 Punkte in beiden Fällen. Gemessen am Niveau des Index von 131,5 Punkten bleibt das Ausmass gering, was die von den Agenturmeldungen verwendete Bezeichnung einer «leichten» Aufhellung rechtfertigt.

Es handelt sich um eine Feststellung zum abgelaufenen Quartal, nicht um eine Prognose: Die Medienmitteilung, wie sie wiedergegeben wird, sagt nichts über die für die kommenden Monate erwartete Entwicklung.

Handwerkliche und technische Berufe an der Spitze

Getragen wurde der Trend in erster Linie von handwerklichen und technischen Berufen. Bauarbeiter liegen an der Spitze, gefolgt von Elektrikern und Polymechanikern, so die Medienmitteilung von Adecco.

Für die Unternehmen dieser Branchen kann das einen verschärften Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte bedeuten; für Personen, die in diesen Berufen ausgebildet sind, mehr Möglichkeiten. Die Quellen beziffern allerdings weder die Zahl der betroffenen Stellen noch die angebotenen Löhne.

Künstliche Intelligenz, eine als begrenzt eingeschätzte Bedrohung

Der Bericht befasst sich auch mit der Automatisierung. Seine Autoren schätzen, dass ein Viertel der genannten Berufe durch eine von künstlicher Intelligenz ermöglichte Automatisierung mässig bedroht ist. Nur 2 % gelten als stark gefährdet. Es handelt sich um eine Einschätzung der Autoren, nicht um einen festgestellten Stellenabbau.

Diese Einstufung passt zur Art der Berufe, die bei der Nachfrage an der Spitze stehen: praxisnahe Tätigkeiten auf Baustellen oder an Anlagen, von denen die Autoren nur einen sehr kleinen Teil als stark gefährdet einstufen.

Was der Index nicht sagt

Die Berichte über die Medienmitteilung schlüsseln weder die regionale Verteilung der Nachfrage noch die Entwicklung anderer Branchen wie der Dienstleistungen oder des Finanzsektors auf. Sie stellen den Index auch nicht anderen Konjunkturindikatoren gegenüber. Der Swiss Job Market Index ist hier somit als Gesamtsignal zu lesen: ein Arbeitsmarkt, der sich leicht festigt, getragen vor allem vom Handwerk und von den technischen Berufen.

Quellen

  • Allnews: «Der Stellenmarkt sucht Handwerker und Techniker»
  • SWI swissinfo.ch: «Swiss job market looks for tradespeople and technicians»