Der Durchschnittspreis von Autos sinkt in der Schweiz weiter, sowohl bei Neu- als auch bei Occasionswagen. Das geht aus einer Marktanalyse hervor, die AutoScout24, eines der wichtigsten Autoverkaufsportale des Landes, am 14. Oktober veröffentlicht hat und über die die Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtete. Zu den genannten Faktoren gehört die wachsende Konkurrenz durch chinesische Marken, die Modelle zu tieferen Preisen anbieten.

Neuwagen: −2,6 % im Quartal, −5,8 % im Jahresvergleich

Auf der Plattform sanken die durchschnittlich verlangten Preise für Neuwagen im dritten Quartal gegenüber den drei Vormonaten um 2,6 % und im Jahresvergleich um 5,8 %. Am deutlichsten fällt der Rückgang in bestimmten Kategorien aus. Neue Benziner verloren innert eines Quartals 4,4 % und innert eines Jahres 4,9 %. Noch ausgeprägter ist der Rückgang bei neuen Plug-in-Hybriden, deren Preise innert eines Jahres um 16 % gefallen sind.

Eine Präzisierung ist angebracht: Es handelt sich um die in den Inseraten der Plattform ausgeschriebenen Preise, nicht um Transaktionspreise. Die Analyse misst, was die Verkäufer auf AutoScout24 verlangen, nicht unbedingt, was die Käufer am Ende bezahlen.

Occasionen: ein moderaterer Rückgang

Der Occasionsmarkt entwickelt sich in dieselbe Richtung, wenn auch langsamer: −0,8 % gegenüber dem zweiten Quartal und −4,3 % gegenüber derselben Periode 2025. Gebrauchte Elektroautos bilden kurzfristig eine Ausnahme: Ihre Preise stiegen gegenüber der Periode von April bis Juni um 1,5 %. Im Jahresvergleich bleibt die Bilanz jedoch negativ, mit einem Rückgang von 1,4 %.

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Auf der Angebotsseite nahm die Zahl der auf AutoScout24 angebotenen Fahrzeuge innert eines Quartals um 0,7 % und innert eines Jahres um 2,6 % zu. Dieser Anstieg geht vor allem auf die Occasionswagen zurück, deren Inserate um 0,9 % beziehungsweise 2,5 % zulegten. Bei den Neuwagen liegen die Werte bei −0,8 % im Quartalsvergleich und bei +3,9 % im Jahresvergleich.

Chinesische Marken, ein Faktor unter mehreren

Der Preisrückgang ist Teil eines Trends, der schon seit einiger Zeit anhält. Bereits im Frühling hatte AutoScout24, das der Swiss Marketplace Group (SMG) gehört, auf die wachsende Präsenz günstigerer chinesischer Hersteller in der Schweiz hingewiesen. Neben wettbewerbsfähigen Preisen fördern auch die technologischen Fortschritte und das hohe Innovationstempo das Interesse an diesen Marken.

Man sollte sie allerdings nicht zur alleinigen Erklärung machen. Der Bericht über die Studie nennt die chinesische Konkurrenz als einen der Faktoren für den Rückgang, ohne ihr Gewicht zu beziffern oder die übrigen Faktoren näher auszuführen. Die veröffentlichten Daten unterscheiden auch nicht zwischen den Preisen chinesischer Modelle und jenen anderer Hersteller. Dass der Aufstieg dieser Marken mit dem Preisrückgang zusammenfällt, genügt also nicht, um zu belegen, dass er dessen Hauptursache ist. Die Zunahme der Inserate im selben Zeitraum ist ein weiteres Element des Gesamtbilds, ohne dass der Artikel einen Zusammenhang zwischen beiden herstellt.

Was der Trend erahnen lässt

Für Käufer zeichnen sinkende Angebotspreise, sowohl bei Neu- als auch bei Occasionswagen, ein eher günstiges Umfeld, auch wenn der tatsächlich ausgehandelte Preis vom Inseratepreis abweichen kann. Für Importeure und Garagisten bedeutet ein anhaltender Rückgang der verlangten Preise Druck auf die Margen, doch die Analyse liefert keine Daten zu ihren Ergebnissen oder Verkaufsvolumen. Die Unterschiede zwischen den Kategorien, zwischen dem deutlichen Rückgang bei neuen Plug-in-Hybriden und der relativen Widerstandsfähigkeit gebrauchter Elektroautos im Quartalsvergleich, zeigen jedenfalls, dass die Bewegung nicht in allen Segmenten gleich verläuft.

Quellen

  • SWI swissinfo.ch: «Prices for cars drop in Switzerland thanks to Chinese brands»