Swisscom hat am 6. August 2026 ihre Ergebnisse für das erste Halbjahr 2026 veröffentlicht, also für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2026. Die nachstehenden Zahlen stammen aus der Medienmitteilung des Unternehmens; sofern nicht anders angegeben, beziehen sich die Vergleiche auf denselben Zeitraum 2025. Die Veränderungen «auf vergleichbarer Basis» sind alternative Leistungskennzahlen ausserhalb der IFRS, die im Zwischenbericht per 30. Juni 2026 definiert sind.

Konzern: Umsatz rückläufig, Reingewinn gestiegen

Im ersten Halbjahr 2026 belief sich der Konzernumsatz auf 7'221 Millionen Franken, gegenüber 7'446 Millionen im ersten Halbjahr 2025, was einem Rückgang von 3,0% entspricht (-2,0% auf vergleichbarer Basis und zu konstanten Wechselkursen). Weitere Kennzahlen des Halbjahres:

  • EBITDA nach Leasingaufwand (EBITDAaL): 2'557 Millionen Franken (erstes Halbjahr 2025: 2'474 Millionen), +3,3%; +3,7% auf vergleichbarer Basis.
  • Investitionen: 1'355 Millionen Franken (1'486 Millionen), -8,8%; -9,2% auf vergleichbarer Basis.
  • Operativer Free Cash Flow: 1'202 Millionen Franken (989 Millionen), +21,6%.
  • Reingewinn: 668 Millionen Franken (625 Millionen), +6,9%.

Per 30. Juni 2026 beschäftigte der Konzern 22'761 Mitarbeitende in Vollzeitstellen, gegenüber 23'498 per 30. Juni 2025 (-3,1%), davon 14'764 in der Schweiz (15'612 ein Jahr zuvor, -5,4%).

Schweiz: Rückgang im Telekomgeschäft, teilweise durch Einsparungen ausgeglichen

Im Segment Schweiz erreichte der Umsatz im ersten Halbjahr 2026 3'870 Millionen Franken, ein Rückgang um 27 Millionen (-0,7%). Die Telekommunikationsdienste erwirtschafteten 2'529 Millionen (-2,1%) und die IT-Dienstleistungen für Geschäftskunden 598 Millionen (-2,0%).

Auf vergleichbarer Basis stieg der EBITDAaL um 0,6% auf 1'700 Millionen Franken und der operative Free Cash Flow um 9,3% auf 938 Millionen. Laut Swisscom haben «bedeutende Kosteneinsparungen» mehr als die Hälfte der Auswirkungen des Rückgangs im Telekommunikationsgeschäft auf den EBITDAaL ausgeglichen. Das Unternehmen führt den Anstieg des Free Cash Flow auf den höheren EBITDAaL und auf tiefere Investitionen zurück, die hauptsächlich saisonal bedingt sind.

Per 30. Juni 2026 (Vergleich per 30. Juni 2025) zählte Swisscom 4'418'000 Mobilfunkanschlüsse «Postpaid Value» (+0,1%), 1'907'000 Breitbandanschlüsse (-2,1%) und 796'000 Wholesale-Anschlüsse im Festnetz (+6,3%). Ende Juni 2026 erreichte die Glasfaser laut dem Betreiber rund 58% der Haushalte und Geschäfte, und 90% der Bevölkerung hatten Zugang zu 5G+.

Swisscom Schweiz plant zudem einen Standort in Lissabon, in Ergänzung zu Riga und Rotterdam: rund 40 Mitarbeitende Anfang 2027, etwa 200 «mittelfristig».

Italien: Integration von Vodafone Italia und Synergien

Das Segment Italien, in der Medienmitteilung als Fastweb + Vodafone bezeichnet, weist seine Zahlen in Euro aus. Im ersten Halbjahr 2026 ging sein Umsatz um 3,3% auf 3'474 Millionen Euro zurück. Die Telekommunikationsdienste erreichten 2'394 Millionen (-3,6%) und die IT-Dienstleistungen für Geschäftskunden 394 Millionen (-1,6%). Swisscom gibt an, dass sich der Rückgang der Telekommunikationsumsätze «weiter verlangsamt hat», was sie auf ihre sogenannte «Value»-Strategie zurückführt, und dass er teilweise durch Zuwächse bei den Wholesale- und Energieumsätzen ausgeglichen wurde.

Auf vergleichbarer Basis stieg der italienische EBITDAaL um 11,8% auf 926 Millionen Euro, «insbesondere dank der erzielten Synergien», und der operative Free Cash Flow hat sich «mehr als verdoppelt» auf 329 Millionen Euro. Die Medienmitteilung nennt die entsprechenden Beträge für 2025 nicht.

Zur Integration erklärt Swisscom, der Prozess «verläuft wie geplant». Die im ersten Halbjahr 2026 realisierten Synergien beliefen sich auf 166 Millionen Euro. Das angekündigte Ziel für das gesamte Jahr 2026 liegt bei über 300 Millionen Euro, und das Unternehmen sieht sich «auf Kurs», um es zu erreichen. Es handelt sich um eine Einschätzung der Geschäftsleitung, nicht um ein festgestelltes Ergebnis.

Per 30. Juni 2026 (Vergleich per 30. Juni 2025) zählte das Segment 19'803'000 Mobilfunkanschlüsse (-2,0%), 5'500'000 Breitbandanschlüsse (-2,1%), 5'856'000 Wholesale-Anschlüsse im Mobilfunk (-20,2%) und 1'243'000 Wholesale-Breitbandanschlüsse (+22,1%). Ende Juni 2026 waren 61% der Haushalte und Geschäfte an die Glasfaser angeschlossen, und 5G deckte 90% der Bevölkerung ab.

Governance: ein eigener CEO und CFO für die Schweiz

Swisscom gibt an, die Umsetzung der Organisationsstruktur abzuschliessen, die 2025 im Rahmen der Übernahme von Vodafone Italia eingeführt wurde. Dirk Wierzbitzki, seit 2016 Leiter Privatkunden, wird CEO von Swisscom Schweiz, und Rolf Stettler, derzeit Head of Finance Schweiz, wird deren CFO, beide ab dem 1. Januar 2027. Christoph Aeschlimann bleibt CEO des Konzerns und Eugen Stermetz CFO des Konzerns. Urs Lehner gibt die Leitung des Geschäftskundenbereichs ab; Thomas Wettstein übernimmt Swisscom B2B ab dem 1. September interimistisch, die definitive Nachfolge soll später bekannt gegeben werden.

Ausblick 2026 bestätigt

Für das Geschäftsjahr 2026 hält Swisscom an ihren Prognosen fest: Umsatz von 14,7 bis 14,9 Milliarden Franken, EBITDAaL von 5,0 bis 5,1 Milliarden, Investitionen von 3,0 bis 3,1 Milliarden, operativer Free Cash Flow von rund 2,0 Milliarden und Verschuldungsgrad (Nettoverschuldung/EBITDA) von rund 2,3x per Ende 2026, wobei letztere Zahl voraussetzt, dass keine neuen Vereinbarungen für Mobilfunkstandorte in Italien abgeschlossen werden. Werden diese Ziele erreicht, will das Unternehmen der Generalversammlung 2027 vorschlagen, die Dividende für das Geschäftsjahr 2026 von 26 auf 27 Franken pro Aktie zu erhöhen.

Bei diesem Ausblick handelt es sich um zukunftsgerichtete Aussagen: Swisscom weist darauf hin, dass die tatsächlichen Ergebnisse davon abweichen können. Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar.

Quellen