Der US-Konsumentenpreisindex (CPI) für September, den das Bureau of Labor Statistics (BLS) am Mittwoch, 14. Oktober 2026, um 14:30 Uhr Pariser Zeit veröffentlicht hat, weist einen Preisanstieg von 0,6 % gegenüber dem Vormonat und von 3,7 % gegenüber dem Vorjahr aus, nach 3,4 % im August, wie Journal du Coin berichtet. Der monatliche Anstieg entspricht dem Konsens, doch die Kernkomponente hat überrascht.
Was die veröffentlichten Zahlen zeigen
Haupttreiber ist die Energie. Laut der von Journal du Coin zitierten Mitteilung des BLS ist der Benzinpreis von August auf September um 9,1 % gesprungen, was allein mehr als die Hälfte des monatlichen Anstiegs des Gesamtindex erklärt. Im Jahresvergleich per Ende September legt die Energie um 20,4 % zu, Benzin um 34,2 % und Heizöl um 74,2 %. Das Medium führt diese Bewegung auf einen Ölpreis zurück, der wieder über 100 Dollar gestiegen ist, vor dem Hintergrund des Kriegs, in den Iran verwickelt ist. Die Nahrungsmittelpreise blieben im September unverändert.
Die Kerninflation, die Energie und Nahrungsmittel ausklammert, stieg im September wie schon im August um 0,3 % und erreicht im Jahresvergleich 2,6 %, nach 2,4 % im August. Der Konsens hatte mit 0,2 % im Monatsvergleich und mit einer Stabilisierung bei 2,4 % im Jahresvergleich gerechnet. Diese Komponente hat also nach oben überrascht, nicht nach unten. Im Detail, ebenfalls für September, beschleunigt sich der Anstieg bei den Wohnkosten auf 0,4 %, Flugtickets verteuern sich gegenüber dem Vormonat um 1,2 % (22,4 % gegenüber dem Vorjahr) und Gebrauchtwagen um 0,7 %.
Ein Arbeitsmarkt, der sich abkühlt
Diese Preisdaten kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Beschäftigungsindikatoren schwächeln. In einem am 1. Oktober veröffentlichten Bericht zählte das Beratungsunternehmen Challenger, Gray & Christmas für September 90’787 von US-Arbeitgebern angekündigte Einstellungsabsichten, 23 % weniger als im September 2025 (117’313) und der tiefste Stand für einen September seit 2011, berichtet Journal du Coin. Es handelt sich um Ankündigungen von Unternehmen, nicht um eine offizielle Zählung. «Die Unternehmen befinden sich in einer abwartenden Phase», fasst Andy Challenger, Verkaufsdirektor des Unternehmens, zusammen; er nennt unter den Bremsfaktoren namentlich die Energiekosten und die steigenden Zinsen.
Die offiziellen Statistiken weisen in dieselbe Richtung. Gemäss dem BLS, dessen Zahlen am 2. Oktober veröffentlicht wurden, hat die US-Wirtschaft im September nur 29’000 Stellen geschaffen, und die Arbeitslosenquote ist auf 4,2 % gestiegen. Durch die Revisionen rutschte der Juli auf -10’000 Stellen ab, und der August wurde von 162’000 auf 133’000 neue Stellen gesenkt.
Welcher Handlungsspielraum bleibt der Fed?
Die US-Notenbank hat ihre Leitzinsen am 16. September um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3,75 % bis 4,00 % angehoben, ihre erste Erhöhung seit 2023. Sie rechnet für 2026 weiterhin mit einer Kerninflation von 3,4 % gemäss dem PCE-Index, ihrem Referenzmass, und die grosse Mehrheit der Mitglieder ihres Ausschusses erwartet bis Ende Jahr mindestens eine weitere Erhöhung, wie Journal du Coin schreibt. Ihr nächster Entscheid wird am 28. Oktober erwartet.
Die Markterwartungen wurden je nach Quelle nicht zum selben Zeitpunkt gemessen. Vor der Veröffentlichung des CPI räumten die Märkte einer weiteren Straffung Ende Oktober «kaum mehr als eine Chance von einem Viertel» ein, so Journal du Coin. Am Morgen des 14. Oktober zeigte das Tool CME FedWatch, dass die Anleger mehrheitlich auf eine weitere Erhöhung im Dezember setzten, wie Allnews berichtet. Wie diese Wahrscheinlichkeiten nach der Veröffentlichung angepasst wurden, ist in den konsultierten Quellen nicht dokumentiert.
In der Sache ist die Gleichung zweischneidig. Ein sich abkühlender Arbeitsmarkt spricht eher für eine Pause, eine sich beschleunigende Kerninflation für Härte. Journal du Coin erwartet, dass das Wort «Stagflation» in die Handelsräume zurückkehrt, relativiert aber: Der Kernindex liegt im Jahresvergleich bei 2,6 %, «sehr weit von den Höchstständen von 2022 entfernt», und ein Benzinpreisschub kann sich umkehren, wenn der Ölpreis wieder sinkt, was nicht gesichert ist.
Dollar und Bitcoin: Reaktionen, die zu relativieren sind
Bei den Devisen beschrieb Allnews (AWP/AFP) am Morgen des 14. Oktober, vor der Veröffentlichung, einen stabilen Dollar, nachdem dieser sich «in den letzten Wochen bereits deutlich gefestigt» habe. Gegen 11:20 Uhr legte der Greenback gegenüber dem Euro um 0,03 % auf 1,1196 Dollar je Euro zu und gegenüber dem Yen um 0,06 % auf 158,44 Yen je Dollar. Derek Halpenny von MUFG war der Ansicht, dass der mit dem Krieg im Nahen Osten verbundene Druck auf den Ölpreis «eine neue Phase der Dollarstärke begünstigt». Die konsultierten Quellen beschreiben die Entwicklung des Dollars nach der Veröffentlichung des CPI nicht.
Der Bitcoin reagierte rasch. Laut Journal du Coin, das sich auf CoinGecko stützt, fiel er nach der Veröffentlichung von rund 83’700 auf 82’800 Dollar, ein Rückgang von rund 1,1 % in fünf Minuten, während Ether unter 2’500 Dollar blieb. Eine über wenige Minuten gemessene Bewegung erlaubt für sich allein keinen Schluss auf einen Trend.
Für Leser in der Schweiz
Für einen Anleger in der Schweiz, der Vermögenswerte in Dollar hält, hängt der Wert in Franken auch vom Wechselkurs ab. Die konsultierten Quellen liefern für diesen Tag keinen Kurs des Dollars gegenüber dem Franken; daraus lässt sich daher keine Schlussfolgerung zum Währungseffekt ziehen. Die nächsten identifizierten Termine sind der Entscheid der Fed am 28. Oktober und danach die Veröffentlichung des CPI für Oktober am 10. November. Dieser Artikel dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar.
Quellen
- Journal du Coin: «Crypto : l’inflation américaine accélère, Bitcoin recule»
- Allnews: «Le dollar stable avant l’indice des prix à la consommation américain»
- Journal du Coin: «Bitcoin et Fed : les embauches américaines tombent au plus bas depuis 2011»




