Die grössten in der Schweiz tätigen Banken suchen weniger Personal. Im September 2026 ging die Zahl der auf den Websites der zehn grössten Institute der Branche veröffentlichten Stellenangebote gegenüber August um 2 % auf 515 Inserate zurück. Dies geht aus einer Analyse hervor, die am 13. Oktober 2026 von der Agentur Keystone-SDA verbreitet wurde.

Wer gemessen hat, und wie

Die Erhebung wurde vom Stellenportal Indeed im Auftrag der Agentur AWP durchgeführt. Die Methode besteht gemäss der Quelle darin, die offenen Stellen zu erfassen, die auf den Websites der zehn grössten Unternehmen des Bankensektors in der Schweiz ausgeschrieben sind. Berücksichtigt wurden nur Stellen in der Schweiz.

Die Quelle nennt weder die vollständige Liste der berücksichtigten Banken noch eine Aufschlüsselung der Inserate nach Beruf oder Funktion. Auf dieser Grundlage lässt sich daher nicht sagen, welche Profile stärker oder weniger stark gefragt sind.

Ein deutlicherer Rückgang über mehrere Jahre

Der monatliche Rückgang um 2 % fügt sich in einen längerfristigen Trend ein. Innert eines Jahres sank die Zahl der Inserate um 14 %. Noch grösser ist der Abstand im Vergleich zum September 2024 (-27 %) und vor allem zum September 2023 (-72 %).

Diese Zahlen beziehen sich auf die veröffentlichten Inserate, nicht auf die tatsächlich erfolgten Anstellungen oder die Entwicklung des Personalbestands. Ein Stellenangebot weniger bedeutet nicht zwingend eine gestrichene Stelle: Es kann auch ein langsameres Tempo bei Nachbesetzungen oder Rekrutierungen über andere Kanäle widerspiegeln. Die Quelle äussert sich weder zu diesen Punkten noch zu den Gründen für den Rückgang.

UBS beim Rückgang an der Spitze

Gemäss der Analyse verzeichnen alle beobachteten Banken eine sinkende Nachfrage nach Arbeitskräften. Der Rückgang wird bei der UBS als besonders deutlich bezeichnet. Die Quelle veröffentlicht keine Zahlen pro Institut und erwähnt keine Bank, deren Zahl an Inseraten gestiegen wäre.

Die Arbeitslosigkeit ehemaliger Bankangestellter bleibt hoch

Dieselbe Meldung erinnert an einen weiteren, vom ersten zu unterscheidenden Indikator. Gemäss den neusten Zahlen des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) waren im September in der Schweiz 4638 Personen arbeitslos gemeldet, die zuvor bei einer Bank gearbeitet hatten. Ein Jahr zuvor lag diese Zahl um fast ein Fünftel tiefer. Gegenüber August ist sie hingegen leicht gesunken (-0,5 %).

Im Juli hatte SWI swissinfo.ch bereits von 4474 arbeitslos gemeldeten ehemaligen Bankangestellten im Juni berichtet, was einem Anstieg von 24 % innert 12 Monaten entsprach – ein Niveau, das damals als Rekord bezeichnet wurde.

Was diese Zahlen aussagen, und was nicht

Diese Datenreihen messen unterschiedliche Realitäten: auf der einen Seite die von einer begrenzten Zahl grosser Institute veröffentlichten Inserate, auf der anderen die Arbeitslosenmeldungen aller Personen, die bei einer Bank gearbeitet haben. Ihre Gegenüberstellung wirft ein Licht auf den Arbeitsmarkt im Bankwesen, erlaubt für sich allein aber keine Schlüsse auf die Entwicklung der Beschäftigung in der Branche.

Die Zahl für September bleibt zudem eine monatliche Momentaufnahme. Erst die Veröffentlichung der nächsten Erhebungen wird zeigen, ob sich der Rückgang der Inserate fortsetzt, stabilisiert oder umkehrt.

Quellen