Ein Kletterschuh hat nichts mit einem gewöhnlichen Sportschuh gemein. Er ist dafür gemacht, auf kleinsten Griffen zu halten, und wird deshalb sehr eng getragen. Eine schlechte Passform ist nicht nur unbequem: Laut Startupticker.ch kann sie langfristig dem Fuss schaden und die Freude am Klettern verderben. Von dieser Feststellung ging hooq aus, ein Start-up aus Winterthur, das Kletterschuhe nach Mass auf Grundlage eines 3D-Scans des Fusses herstellt. Es hat soeben seine fünfte Produktionsserie bestellt.

Drei Kletterer am Ursprung des Projekts

Hinter hooq stehen drei begeisterte Kletterer: Livia Zumofen, ihr Bruder Janick Zumofen und Beat Müller. Sie haben das Problem des schlecht sitzenden Kletterschuhs selbst erlebt und wollten eine Antwort darauf finden. Das Projekt reifte während etwas mehr als vier Jahren, unter anderem mit Unterstützung des Z-Kubators der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und von Pro Helvetia. Die Quelle erwähnt keine Finanzierungsrunde.

Vom Scan zum Leisten

Das Prinzip: hooq scannt die Füsse seiner Kundinnen und Kunden in 3D, danach analysiert eine intern entwickelte Software die Daten und berechnet die Form des Kletterschuhs. Auf dieser Grundlage stellt das Start-up Leisten her (die fussförmigen Modelle, über die der Schuh gearbeitet wird) oder wählt aus den bereits vorhandenen aus. So erhält jeder Fuss, links und rechts, einen passenden Kletterschuh.

«Die Schuhe werden vollständig nach unseren Vorgaben gefertigt; die ganze Konstruktion der Kletterschuhe, einschliesslich der Schnittmuster, wurde von uns entwickelt», erklärt Livia Zumofen. Neben der Passform kann die Kundschaft gewisse Eigenschaften nach ihrem Kletterstil und ihren Vorlieben festlegen, zum Beispiel die Wahl des Sohlengummis.

Eine Lieferkette, die erst aufgebaut werden musste

Einen Produktionspartner zu finden und eine Lieferkette aufzubauen, hat Zeit gebraucht. «Wir mussten uns zuerst ein Netzwerk in der Branche aufbauen, um an die Kontakte von Materiallieferanten und potenziellen Herstellern zu kommen», erzählt die Mitgründerin. Das Ergebnis: Die Kletterschuhe werden in Europa produziert, in einer Schuhmanufaktur, die sich mit Kletterschuhen auskennt, und aus hochwertigen Materialien. Der Name dieses Herstellers wird nicht bekannt gegeben.

Heute ist das Produkt fertig entwickelt, die Lieferkette funktioniert und der Onlineshop von hooq ist seit Kurzem geöffnet. «Wir konnten wieder einige Bestellungen entgegennehmen und bereits die fünfte Produktionsserie lancieren», präzisiert Livia Zumofen. Weder der Preis eines Paars noch die Anzahl Schuhe pro Serie werden in der Quelle genannt.

Der Scan als Engpass

Hier entscheidet sich die weitere Entwicklung. Vorerst haben die Kundinnen und Kunden zwei Möglichkeiten, sich scannen zu lassen: nach Winterthur zu kommen oder eine der Kletterhallen der Schweiz zu besuchen, wenn Beat Müller mit dem Scanner auf «Tour» ist. Ein Modell, das das Volumen zwangsläufig begrenzt.

«Um eines Tages stärker skalieren und expandieren zu können, sollte der Scan möglichst bald von zu Hause aus über eine App möglich sein», sagt Livia Zumofen. Für diese App wird kein Datum genannt.

Was noch zu beweisen ist

hooq verweist auf einen Markt, der nicht zu vernachlässigen ist: Laut dem Start-up klettern oder bouldern allein in der Schweiz rund 350'000 Personen regelmässig. Allerdings beschreibt diese Zahl eine Gruppe von Aktiven, nicht eine Kundschaft, die bereit ist, für Massanfertigungen zu bezahlen. Um aus der Nische herauszukommen, muss hooq zeigen, dass ein Scan aus der Ferne ebenso zuverlässige Ergebnisse liefert wie in der Halle und dass seine Produktionsserien wachsen können, ohne an Qualität einzubüssen. Fünf bestellte Serien sind ein Zeichen des Interesses der Kletter- und Boulderszene; ein Markt ist das noch nicht.

Quellen

Startupticker.ch, Fabienne Roos: «hooq will mit individuellen Kletterschuhen im Markt Fuss fassen» (13. Oktober 2026)