Das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) hat SonarSource, der juristischen Einheit des Genfer Softwareherstellers Sonar, einen Rahmenvertrag von bis zu 2,32 Millionen Franken für dessen Software SonarQube vergeben. Der Zuschlag ist laut ICTjournal vom 30. Oktober 2026 auf simap.ch publiziert. Das Einhorn mit Sitz in Vernier (GE) bleibt damit das Werkzeug zur Codeprüfung der Bundesverwaltung.

Was SonarQube in der Bundesverwaltung leistet

SonarQube ist eine Software zur statischen Analyse von Programmcode. Ein solches Werkzeug untersucht den Quellcode eines Programms, ohne ihn auszuführen, um darin Fehler aufzuspüren. Die Zuschlagsanzeige betrifft genau die Lieferung einer solchen Software, wie aus dem Artikel von ICTjournal vom 30. Oktober 2026 hervorgeht.

Für den Bund ist das Werkzeug nicht neu. Er setzt SonarQube bereits ein, um die Qualität, die Sicherheit und die Integrität seiner Softwarelösungen zu überwachen und zu verbessern, wie ICTjournal in Erinnerung ruft. Der neue Vertrag verlängert also eine bestehende Nutzung, er startet kein neues Projekt.

Hauptbegünstigter ist das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) in Zollikofen. Die Leistungen werden vor allem ihm erbracht, können aber auch andere Standorte der Bundesverwaltung betreffen. Das BBL wiederum hat die Beschaffung durchgeführt.

Ein Rahmenvertrag über 2,32 Millionen: eine Obergrenze, keine feste Ausgabe

Der angekündigte Betrag ist ein Höchstwert. Laut dem von ICTjournal zitierten Zuschlag beläuft sich das berücksichtigte Angebot auf 2,32 Millionen Franken, inklusive Mehrwertsteuer (MWST). Der Grundauftrag macht jedoch nur rund 382'500 Franken aus; der Rest, 1,94 Millionen Franken, entfällt auf Optionen.

Element des AuftragsWas der Zuschlag festhält
BeschaffungsstelleBundesamt für Bauten und Logistik (BBL)
Berücksichtigter AnbieterSonarSource, juristische Einheit von Sonar
GegenstandSoftware zur statischen Codeanalyse (SonarQube)
Gesamtbetrag des Angebots2,32 Millionen Franken, inklusive MWST
GrundauftragRund 382'500 Franken
OptionenInsgesamt 1,94 Millionen Franken
Laufzeit5 Jahre, danach zwei mögliche Verlängerungen um je 2 Jahre
VerfahrenOffen, gestartet im Juni 2025, 4 eingereichte Angebote
HauptstandortBIT, Zollikofen

Die Laufzeit folgt derselben Logik. Der Vertrag läuft zunächst fünf Jahre. Danach kann er zweimal um zwei Jahre verlängert werden, allerdings nur, wenn die finanzielle Obergrenze nicht erreicht ist. Fest stehen also der Höchstrahmen und die Basis; wie viel der Bund tatsächlich ausgibt, hängt von den Optionen ab, die er auslöst.

Sonar, Einhorn aus Vernier, setzt sich unter vier Angeboten durch

Die Erneuerung erfolgte nicht automatisch. Der bisherige Vertrag lief aus, und das BBL startete im Juni 2025 eine neue Ausschreibung im offenen Verfahren. Vier Angebote wurden eingereicht. Laut dem Zuschlagsentscheid erzielte SonarSource die besten Bewertungen, sowohl beim Preis als auch bei den qualitativen Kriterien.

Sonar gehört zu den wenigen Schweizer Einhörnern, also Unternehmen mit einer Bewertung von einer Milliarde Dollar oder mehr, wie ICTjournal in Erinnerung ruft. Sonar wird zudem, zusammen mit dem Technologieunternehmen Proton, als eines der beiden Einhörner des Kantons Genf bezeichnet. Olivier Gaudin, Gründer und Präsident von Sonar, ist der Ansicht, dass das Genfer Ökosystem in zehn Jahren mehrere Einhörner hervorgebracht hat, wie es in einer von 2clics aufgegriffenen Mitteilung heisst.

Das Unternehmen engagiert sich auch in seinem Kanton. Gemeinsam mit der Proton-Stiftung und der Genfer Stiftung für technologische Innovation (FONGIT) stellt Sonar 300'000 Franken für den Studentenclub Geneva Student Entrepreneurs bereit. Dieser Club setzt früher an als bereits bestehende Instrumente wie das kantonale Genfer Innovationsprogramm, das im Oktober 2026 vier Projekte der Hochschulen unterstützt hat.

Öffentliche Beschaffungen des Bundes: was das für einen Schweizer Softwarehersteller bedeutet

Für einen Softwarehersteller zeigt der Fall Sonar, dass ein öffentlicher Kunde bei jedem Vertragsende neu gewonnen werden muss. Die bestehende Präsenz hat SonarSource nicht von einem offenen Wettbewerb befreit, der nach Preis und Qualität beurteilt wurde.

Der Zugang führt über die Plattform simap.ch. Laut ihrer Startseite bündelt sie die Beschaffungen des Bundes, der mit ihm verbundenen Organisationen, der Kantone und der Gemeinden. Dort finden sich laufende und abgeschlossene Ausschreibungen nach dem öffentlichen Beschaffungsrecht. Ein KMU, das ein Angebot einreichen will, kann dort unter anderem:

  • Ausschreibungen suchen oder ein Abonnement einrichten, das darauf hinweist;
  • die Publikationen und die Ausschreibungsunterlagen herunterladen;
  • Fragen zu einer Ausschreibung stellen;
  • sein Angebot online einreichen.

Die Transparenz wirkt auch in die andere Richtung. Die Beschaffungsstellen publizieren dort ihre Zuschläge: So wurde der Betrag des Sonar-Vertrags öffentlich. Ein Softwarehersteller kann dort also die vergangenen Aufträge seiner Branche studieren. Publikationen vor dem 1. Juli 2024 finden sich im Archiv der Plattform.

Was noch nicht bekannt ist

  • Die Namen der drei anderen Anbieter und die Preise ihrer Angebote.
  • Der Betrag des bisherigen Vertrags, mit dem sich die Entwicklung der Ausgaben messen liesse.
  • Der genaue Inhalt der Optionen über 1,94 Millionen Franken und der Zeitpunkt, zu dem sie ausgelöst werden könnten.
  • Die Zahl der Bundesstellen, die über das BIT hinaus SonarQube nutzen werden.
  • Die aktuelle Bewertung von Sonar: Die Quellen verorten sie lediglich bei über einer Milliarde Dollar.

Quellen

  • ICTjournal, «La Confédération renouvelle sa confiance à la licorne genevoise Sonar», Yannick Chavanne, 30. Oktober 2026
  • simap.ch, Startseite der Plattform für öffentliche Beschaffungen in der Schweiz
  • 2clics.com, «Startup Genève : Proton et Sonar soutiennent un club étudiant»