Swisscom hat am 5. Oktober 2026 die Lancierung von Kids Security angekündigt, einer App, die den Umgang von Kindern mit Smartphone und Internet regeln soll. Laut der Medienmitteilung des Anbieters soll das Tool es den Mitgliedern einer Familie ermöglichen, gemeinsam Nutzungsregeln festzulegen und diese anschliessend anzuwenden. Hier steht, was die App nach Angaben von Swisscom tut, was zu ihrer Funktionsweise präzisiert wird und was offenbleibt, insbesondere bei den Daten.
Was die App laut Swisscom tut
Die Medienmitteilung zählt mehrere Funktionen auf: die Verwaltung der Bildschirmzeit, die Kontrolle der Apps, einen Inhaltsfilter, Nutzungsstatistiken sowie Ortungsfunktionen, die als optional dargestellt werden. Die App bietet zudem verschiedene Modi, darunter einen Freizeitmodus und einen Lernmodus. Swisscom führt in diesem Text nicht aus, was jeder Modus konkret erlaubt oder sperrt.
Neben diesen Einstellungen haben die Nutzerinnen und Nutzer, ebenfalls laut dem Unternehmen, Zugang zu Inhalten und Tipps zur Medienkompetenz und zum verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien. Um welche Inhalte es sich genau handelt, wird nicht präzisiert.
Begleiten statt überwachen: ein Versprechen, das sich im Gebrauch bewähren muss
Swisscom erklärt, Kids Security unterscheide sich von klassischen Lösungen zur elterlichen Kontrolle, indem es «auf Begleitung statt auf Kontrolle» setze. Konkret führt die Medienmitteilung zwei Elemente an: Die Kinder werden aktiv einbezogen, um die Regeln gemeinsam mit ihren Eltern festzulegen, und die App informiert das Kind, wenn seine Eltern seinen Standort abrufen. Dies ist das einzige Beispiel für Transparenz, das der Anbieter nennt.
Es handelt sich um eine Aussage des Unternehmens. Die angekündigten Funktionen (Begrenzung der Bildschirmzeit, Kontrolle der Apps, Filterung) gehören sehr wohl zur elterlichen Kontrolle; der beanspruchte Unterschied liegt vor allem in der Art und Weise, wie die Regeln festgelegt und kommuniziert werden. Die Medienmitteilung sagt nicht, ob das Kind eine Regel ablehnen oder anfechten kann, und auch nicht, ob es bei anderen Abfragen als jener seines Standorts benachrichtigt wird, etwa bei jener seiner Nutzungsstatistiken.
Dirk Wierzbitzki, Leiter Privatkunden und Mitglied des Executive Committee von Swisscom Schweiz, wird in der Medienmitteilung zitiert: «Mit Kids Security helfen wir Eltern und Kindern, gemeinsam einen gesunden Umgang mit Medien zu entwickeln und die Möglichkeiten der vernetzten Welt sicher zu nutzen.»
Welche Daten werden bearbeitet?
Durch ihre Konzeption berührt die App sensible Informationen: den Standort des Kindes (sofern die Ortung aktiviert ist), die Apps, die es nutzt, und seine Nutzungsstatistiken. Die Medienmitteilung macht hingegen keinerlei Angaben zur Bearbeitung dieser Daten: wo sie gespeichert werden, wie lange sie aufbewahrt werden, wer bei Swisscom oder bei allfälligen Dienstleistern Zugriff darauf hat und wie der Inhaltsfilter technisch funktioniert. Diese Punkte werden in der Quelle nicht behandelt.
Einziger Hinweis: Die Ortung wird als optional beschrieben. Interessierte Familien tun daher gut daran, die Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung der App zu lesen, bevor sie sie installieren.
Plattformen, Preis und Bedingungen
Laut Swisscom ist Kids Security ab sofort für iOS und Android verfügbar; eine Windows-Version soll «demnächst» folgen, ohne genaues Datum. Das Abo kostet CHF 4.90 pro Monat, mit einem angekündigten Rabatt von 50% bis Ende Jahr. Die Anzahl Kinder und Geräte ist unbegrenzt.
Die App steht nicht allen offen: Für die Nutzung braucht es ein Abo blue Mobile oder Kids Mobile bei Swisscom. Auf zusätzlichen Geräten, etwa jenem des zweiten Elternteils, kann sie auch mit einem Abo oder einem Prepaid-Angebot eines anderen Anbieters funktionieren. Die Medienmitteilung präzisiert nicht, auf welchem Gerät sich das Swisscom-Abo befinden muss, auf jenem des Kindes oder auf jenem eines Elternteils.
Quellen
- Swisscom, «Die App für digitale Kindersicherheit von Swisscom», Medienmitteilung, 5. Oktober 2026: https://www.swisscom.ch/fr/about/news/2026/10/05-app-digitale-kindersicherheit.html




