Das Neuenburger Startup Symactiv gewinnt den Clima Now Spotlight 2026, einen Innovationswettbewerb für das Klima, der sich dieses Jahr der Ernährung in der Schweiz widmete. Die Foodtechs Luya aus Bern und Mokä aus Winterthur komplettieren das Podest. Symactiv erhält 50'000 Franken und Luya 25'000 Franken, wie aus der Medienmitteilung hervorgeht, die Startupticker.ch am 30. Oktober 2026 veröffentlichte.
Der Wettbewerb stellte eine einfache Frage: Wie ernähren wir die Schweiz von morgen? Sieben Finalistenteams präsentierten ihr Projekt einer Jury und dem Publikum. Laut der Ausschreibung auf dem Förderportal der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) fand der Pitch-Abend am 29. Oktober 2026 im Kraftwerk in Zürich statt.
Wer erhält was am Clima Now Spotlight 2026?
Die Jury bewertete die Projekte laut Medienmitteilung nach ihrer Wirkung auf das Klima, ihrem Wachstumspotenzial, ihrem Innovationsgrad und ihrer Machbarkeit. Mokä holt sowohl den dritten Rang als auch den Publikumspreis. Die Medienmitteilung beziffert die Auszeichnung nicht; die Ausschreibung dotiert den dritten Rang mit 10'000 Franken und den Publikumspreis mit 5'000 Franken.
| Rang | Startup | Stadt | Was es macht | Preis |
|---|---|---|---|---|
| 1. | Symactiv | Neuenburg | Granulat voller Mikroorganismen zur Regeneration von Böden | 50'000 Franken |
| 2. | Luya | Bern | Lebensmittelproteine aus Okara, einem Rückstand der Tofuherstellung | 25'000 Franken |
| 3. und Publikumspreis | Mokä | Winterthur | Trockenmischungen auf Basis geschroteter Linsen | 10'000 und 5'000 Franken, laut Ausschreibung |
Das Geld ist nicht der einzige Gewinn. Die Preisträger erhalten zudem eine Begleitung durch die Partner des Wettbewerbs: Innovate 4 Nature, Swiss Food & Nutrition Valley, den Hersteller Zweifel Chips & Snacks und die Tourismusorganisation Graubünden Ferien. Es handelt sich um eine inhaltliche Unterstützung der Projekte, nicht um eine angekündigte kommerzielle Partnerschaft.
Symactiv: lebendiges Granulat für ausgelaugte Böden
Symactiv verarbeitet Pilzabfälle zu Granulat, das laut Medienmitteilung Milliarden von Mikroorganismen enthält. Die Landwirtinnen und Landwirte bringen es mit einem gewöhnlichen Düngerstreuer aus. Das Ziel: verarmte Böden regenerieren und widerstandsfähiger gegen Trockenheit machen.
Das Projektblatt der Gebert Rüf Stiftung, einer Basler Stiftung, die junge Unternehmen fördert, verrät mehr über die Rezeptur. Das Granulat kombiniert Holz, Pflanzenkohle, fermentierte Rückstände der Lebensmittelindustrie und nützliche Mikroorganismen. Symactiv passt es an jeden Bodentyp an, statt eine Einheitsformel zu verkaufen.
Das Konzept wurde in der Masterarbeit von Phillippe Schläpfer, Mitgründer und technischer Leiter, an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) validiert. Laut demselben Projektblatt brachte das Team anschliessend mehr als eine Tonne Granulat aus. Es führte fünf Versuche auf Bauernhöfen und zwei kontrollierte Laborversuche durch.
Die vom Unternehmen gemeldeten Ergebnisse betreffen die Erträge, die Bodenatmung, die Verfügbarkeit von Nährstoffen und die Aggregatstabilität. Symactiv behauptet zudem, dass seine Kundschaft bis zu 2 Tonnen CO₂ pro Hektar und Jahr speichern kann: Das ist eine Aussage des Unternehmens, keine veröffentlichte Messung. Das Startup arbeitet nach eigenen Angaben mit 20 Landwirtinnen und Landwirten, mit dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) und mit Agroscope, der landwirtschaftlichen Forschung des Bundes, zusammen. Dank einer Finanzierung durch BRIDGE, das gemeinsame Programm des Schweizerischen Nationalfonds und von Innosuisse, bereitet es 40 neue Feldversuche vor.
Luya: das Berner Foodtech, das Okara fermentiert
Luya verarbeitet Okara, den Sojatrester, der nach der Tofuherstellung übrig bleibt, zu proteinreichen Lebensmitteln. Dabei setzt es Fermentationsverfahren ein. Laut Medienmitteilung würde das Unternehmen so Lebensmittelverschwendung und CO₂-Emissionen um bis zu 94 % senken.
Die Luya Foods AG steht nicht mehr am Anfang. Laut ihrem Eintrag in der Rangliste TOP 100 Swiss Startups wurde die Gesellschaft im Juli 2021 gegründet und von Venture Kick unterstützt. Sie betreibt eine Pilotanlage in Bern. Ihre Produkte verkauft sie bereits im Schweizer Detailhandel, in der Gastronomie und an die Lebensmittelindustrie. Ihre Plattform für Feststofffermentation verwertet auch andere Rückstände, etwa Ölpresskuchen.
Mokä: Schweizer Linsen als Trockenmischungen
Mokä, 2024 in Winterthur gegründet, stellt Mischungen auf Basis geschroteter Linsen her. Die Idee: Schweizer Hülsenfrüchte einfacher zubereitbar machen, in der Gemeinschaftsgastronomie ebenso wie zu Hause. Aus den Trockenmischungen entstehen laut Medienmitteilung zum Beispiel Falafel, Burger-Patties oder Pfannkuchen. Die Medienmitteilung nennt weder Umsätze noch Namen von Kunden.
Ist ein Preis von 50'000 Franken eine Finanzierungsrunde?
Nein. Ein Preis bringt, wie eine Subvention, keine Aktionäre ins Kapital, wie unsere Seite über die Seed-Finanzierungsrunde festhält. Er finanziert einen Entwicklungsschritt, ohne die Gründer zu verwässern. Startupticker.ch listet rund hundert Preise auf, die jungen Unternehmen in der Schweiz nützen.
Die Beträge des Clima Now Spotlight bewegen sich auf dem Niveau anderer Förderungen in der Frühphase. Der Vergleich stützt sich auf die Seiten der Programme und auf Artikel von 2clics.
| Förderung | Form | Betrag | Quelle |
|---|---|---|---|
| Clima Now Spotlight, 1. Rang | Preis | 50'000 Franken (Symactiv, 2026) | Medienmitteilung via Startupticker.ch |
| Gebert Rüf Stiftung, First Ventures | Projektförderung | 50'000 Franken (Symactiv, 2024-2025) | Gebert Rüf Stiftung |
| Fondation FIT, Tech Seed | Darlehen | 100'000 Franken pro Startup | Fondation FIT, via 2clics |
| Venture Kick | Philanthropische Förderung in drei Stufen | Bis zu 150'000 Franken | Venture Kick, via 2clics |
Symactiv vereint damit zwei Förderungen von je 50'000 Franken: jene der Gebert Rüf Stiftung, bewilligt am 28. Mai 2024, und nun diesen Preis. Im Bereich Böden gewährte die Stiftung für Innovation und Technologie (FIT) Ende Oktober 2026 ein Tech-Seed-Darlehen an Swiss Soil, das auf die Bewirtschaftung von Rebbergen abzielt. Im Bereich Ernährung setzte ein anderes Schweizer Startup auf den Vertrieb statt auf eine Finanzierungsrunde: FoodFor Labs kommt in die Läden in Deutschland, bei Budni und EDEKA.
Was man noch nicht weiss
- Der genaue Inhalt der Begleitung durch die vier Partner: Die Medienmitteilung führt ihn nicht aus.
- Die Verwendung der Preisgelder: Weder Symactiv noch Luya noch Mokä haben angekündigt, wofür das Geld eingesetzt wird.
- Die Namen der vier anderen Finalisten: Die Medienmitteilung nennt sie nicht.
Quellen
- Startupticker.ch: «Drei Startups auf dem Podest beim Clima Now Spotlight» (30. Oktober 2026, auf Deutsch)
- ZHdK Research Funding: Ausschreibung Clima Now Spotlight 26 (auf Deutsch)
- Gebert Rüf Stiftung: Projektblatt Symactiv (auf Englisch)
- TOP 100 Swiss Startups: Eintrag der Luya Foods AG (auf Englisch)




