Die Luzerner Kantonalbank (LUKB), die 1850 gegründete Kantonalbank des Kantons Luzern, hat am 30. Oktober 2026 ihre Ergebnisse für die ersten neun Monate des Jahres veröffentlicht. Der Konzerngewinn beläuft sich auf 242,7 Millionen Franken, 8,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Geschäftsertrag steigt um 7,7 Prozent auf 555,8 Millionen. Laut finews.ch fallen das Anlagegeschäft und die Vermögensverwaltung bei diesem Wachstum immer stärker ins Gewicht.

Die Bank hat diese Zahlen mit einer Ad-hoc-Mitteilung im Sinne von Artikel 53 des Kotierungsreglements veröffentlicht, wie sie auf ihrer Website lukb.ch angibt. Sofern nicht anders vermerkt, beziehen sich alle Vergleiche auf die Periode von Januar bis September 2025.

Luzerner Kantonalbank: schneller als die Kantonalbanken insgesamt

Das Wachstum der LUKB übertrifft jenes der Kantonalbanken insgesamt im ersten Halbjahr. Bei den 24 Instituten des Verbands Schweizerischer Kantonalbanken (VSKB) stieg der kumulierte Gewinn von Januar bis Juni 2026 um 5,3 Prozent auf 2,3 Milliarden Franken. Ihr Geschäftsertrag wuchs um 5,0 Prozent auf 6,1 Milliarden. Es sind die Zahlen, die unsere Seite zum Modell einer Kantonalbank aufführt.

KennzahlLuzerner Kantonalbank, neun Monate 202624 Kantonalbanken, erstes Halbjahr 2026
Gewinn242,7 Millionen Franken (+8,7%)2,3 Milliarden Franken (+5,3%)
Geschäftsertrag555,8 Millionen Franken (+7,7%)6,1 Milliarden Franken (+5,0%)

Der Vergleich bleibt eine Annäherung. Die beiden Reihen decken nicht denselben Zeitraum ab: auf der einen Seite neun Monate, auf der anderen sechs. Das dritte Quartal der übrigen Kantonalbanken ist in den konsultierten Quellen noch nicht bekannt.

Auch die Grösse der LUKB erklärt ihr Gewicht in der Gruppe. Mit einer Bilanzsumme von 57 Milliarden Franken Ende 2022 war sie die drittgrösste Kantonalbank, hinter der Zürcher Kantonalbank und der Banque Cantonale Vaudoise. Die Einzelheiten finden sich in unserer Liste der 24 Kantonalbanken. Ihr Konzerngewinn für 2022 belief sich damals auf 226,6 Millionen Franken, für das ganze Jahr.

Das Anlagegeschäft als Wachstumsmotor

Am schnellsten wachsen die Erträge, die nicht von den Zinsen abhängen. Laut finews.ch steigen sie um 14,6 Prozent auf rund 195 Millionen Franken. Sie machen inzwischen rund 35 Prozent des Geschäftsertrags aus.

  • Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft: 118,4 Millionen Franken, ein Plus von 12,8 Prozent.
  • Erträge aus Wertschriften und Anlagen: ein Plus von 17,5 Prozent, also 15,9 Millionen Franken mehr.
  • Handelsgeschäft: 63,1 Millionen Franken, ein Plus von 13 Prozent.

Getragen wird dieser Anstieg von den Vermögensverwaltungs- und Beratungsmandaten. Ihr Volumen stieg von 16,8 Milliarden Franken Ende 2025 auf 18,5 Milliarden Ende September 2026. Ohne Markteffekte hat die Bank in neun Monaten neue Mandate über 1,03 Milliarden Franken gewonnen. Ihr Jahresziel liegt bei mindestens 1,2 Milliarden.

CEO Daniel Salzmann führt diese Entwicklung auf die Unsicherheit an den Börsen zurück. Gemäss seinen von finews.ch wiedergegebenen Aussagen überlassen viele Anlegerinnen und Anleger ihre Anlageentscheide vermehrt Fachleuten. Die LUKB setzt nicht als Einzige auf dieses Geschäft. Die Vermögensverwaltung bleibt auch der wichtigste Motor der Schweizer Grossbank UBS, wie die am 28. Oktober 2026 veröffentlichten Quartalsergebnisse der UBS zeigen.

Leitzins bei 0 Prozent: Die Zinsmarge hält

Das angestammte Geschäft hält trotz Zinsen am Boden stand. Der Nettoerfolg aus dem Zinsengeschäft steigt um 4,3 Prozent auf 361 Millionen Franken. Er bleibt mit Abstand die wichtigste Ertragsquelle der Bank.

Das geldpolitische Umfeld hilft dabei allerdings nicht. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat ihren Leitzins am 24. September 2026 bei 0 Prozent belassen, und dort lag er laut dem Dossier von 2clics zu Leitzins und Sparen auch am 21. Oktober 2026 noch. CFO Marcel Hurschler führt den Anstieg auf ein aktives Management des Zinsrisikos zurück, das es erlaubt, unterschiedliche Marktsituationen zu nutzen.

Die Kredite wachsen langsamer als die Kommissionen. Die Kundenausleihungen steigen seit Ende 2025 um 1,9 Prozent auf 47,2 Milliarden Franken. Davon entfallen 41,6 Milliarden auf Hypotheken, ein Plus von 1,7 Prozent.

Die Bank wählt ihre Kreditnehmer zudem gezielt aus. Sie hat ihre Ausleihungen an Immobiliengesellschaften reduziert, die dem Bundesgesetz über die kollektiven Kapitalanlagen (KAG) unterstehen. Die übrigen Hypotheken nahmen um 988 Millionen Franken zu.

Höhere Kosten, etwas bessere Effizienz

Das Wachstum hat seinen Preis, den die Bank in Kauf nimmt. Der Geschäftsaufwand steigt um 6,6 Prozent auf 257,3 Millionen Franken. Der Personalaufwand nimmt um 6,9 Prozent zu, der Sachaufwand um 6,1 Prozent auf 74,3 Millionen.

Ende September 2026 beschäftigte die LUKB 1'259,4 Personen in Vollzeitäquivalenten, 56,2 Stellen mehr als Ende 2025. Sie verweist auf die Übernahme zahlreicher Lernender und Praktikanten nach Ausbildungsabschluss sowie auf Investitionen in Informatik, Räumlichkeiten und Marketing.

Da die Erträge schneller wachsen als der Aufwand, sinkt die Cost-Income-Ratio. Sie geht von 46,1 Prozent Ende 2025 auf 45,5 Prozent zurück. In ihrer Strategie hat sich die Bank eine Obergrenze von 50 Prozent gesetzt.

Prognose 2026 und Ziele 2030

Bei den folgenden Zahlen handelt es sich um Prognosen der Bank, nicht um Ergebnisse. Für das ganze Jahr 2026 erwartet die LUKB einen Konzerngewinn im oberen Drittel ihrer Bandbreite von 305 bis 320 Millionen Franken. Diese Bandbreite hatte sie im August 2026 angehoben.

Ihre Strategie LUKB30 reicht weiter. Bis 2030 will die Bank ihren bereinigten Konzerngewinn auf über 340 Millionen Franken steigern. Ihre Erträge ausserhalb des Zinsengeschäfts sollen dann 310 Millionen übersteigen. Nach neun Monaten sieht Daniel Salzmann die Bank mit dieser Strategie «voll auf Kurs».

Was diese Zahlen über das Modell der Kantonalbank aussagen

Die LUKB steht für ein Modell, das sich diversifiziert, ohne sein Fundament zu verlassen. Hypothekarkredite und Zinsengeschäft bleiben der Kern der Tätigkeit, doch das Anlagegeschäft liefert einen wachsenden Teil der Erträge. Das verringert die Abhängigkeit von den Zinsen, ein erklärtes Ziel der Bank.

Für Kundinnen und Kunden ändern diese Ergebnisse nichts am Schutz ihrer Guthaben. Die LUKB gehört zu den Kantonalbanken mit einer kantonalen Staatsgarantie: Der Kanton Luzern haftet subsidiär für ihre Verbindlichkeiten. Dieser Hinweis ist keine Anlageberatung: Die Ergebnisse einer Bank sagen nichts über die Rendite aus, die eine Sparerin oder ein Sparer mit ihren Mandaten erzielen wird. Weitere Artikel zur Branche sind in der Rubrik Banken und FINMA zusammengefasst.

Wechsel an der Spitze per 1. Januar 2027

Es sind die letzten Zahlen unter der Führung von Daniel Salzmann. Die Bank hatte am 23. September 2026 bekannt gegeben, dass Stefan Studer seine Nachfolge als CEO antritt. Er wird sein Amt am 1. Januar 2027 übernehmen.

Stefan Studer leitete bisher das Departement Privat- und Firmenkunden. René Arnold übernimmt dessen Leitung ab Anfang 2027 ad interim, bis zu einer definitiven Ernennung. Der 1970 Geborene arbeitet seit 1986 bei der LUKB, wo er als Lernender begonnen hat. Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) hat bestätigt, dass er Gewähr für eine einwandfreie Geschäftstätigkeit bietet.

Was noch nicht bekannt ist

  • Der Jahresgewinn 2026 der LUKB, den die Bank erwartet, der aber noch nicht veröffentlicht ist.
  • Die Neunmonatsergebnisse der übrigen Kantonalbanken, die einen Vergleich über denselben Zeitraum ermöglichen würden.
  • Das Zinsniveau nach der nächsten Lagebeurteilung der SNB, die laut 2clics auf den 10. Dezember 2026 angesetzt ist, und dessen Auswirkung auf die Zinsmarge.
  • Der Name der definitiven Nachfolge von Stefan Studer an der Spitze des Privat- und Firmenkundengeschäfts.

Quellen