Die UBS, die Schweizer Grossbank, die 2023 die Credit Suisse übernommen hat, hat am 28. Oktober 2026 ihre Ergebnisse für das dritte Quartal veröffentlicht. Sie weist einen Reingewinn von 2,7 Milliarden Dollar und einen Vorsteuergewinn von 3,6 Milliarden aus, ein Plus von 27 % gegenüber dem Vorjahr. Die Bank sieht sich auf Kurs, die Integration der Credit Suisse in diesem Jahr abzuschliessen. Am selben Tag bezeichnete ihr Konzernchef Sergio Ermotti den Entscheid des Ständerats zu ihren Eigenmitteln als «sehr besorgniserregend».

UBS-Ergebnisse: die veröffentlichten Zahlen

Die Erträge von Juli bis September erreichen 13,35 Milliarden Dollar, 5 % mehr als ein Jahr zuvor. Auf zugrunde liegender Basis, also ohne Sondereffekte, steigen sie um 10 % auf 13,39 Milliarden. Der Reingewinn entspricht laut der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, zitiert von swissinfo.ch, 2,2 Milliarden Franken.

Diese Zahlen übertreffen die Markterwartungen in mehreren Punkten. Ebenfalls laut swissinfo.ch liegen die Erträge, bereinigt wie unbereinigt, sowie der bereinigte Vorsteuergewinn über dem von AWP erhobenen Analystenkonsens.

Kennzahl (drittes Quartal 2026)BetragVeränderung gegenüber Vorjahr
Vorsteuergewinn3,6 Milliarden Dollar+27 %
Zugrunde liegender Vorsteuergewinn4,1 Milliarden Dollar+14 %
Erträge13,35 Milliarden Dollar+5 %
Zugrunde liegende Erträge13,39 Milliarden Dollar+10 %
Zugrunde liegende Erträge der Vermögensverwaltung6,89 Milliarden Dollar+8 %
Erträge von Global Markets (Investmentbank)2,55 Milliarden Dollar+17 %
Vorsteuergewinn des Schweizer Geschäfts915 Millionen Frankenbestes Ergebnis seit sieben Quartalen

Die Quellen nennen keine Veränderung des Reingewinns gegenüber dem Vorjahr. Der Vergleich bezieht sich deshalb auf den Vorsteuergewinn.

Wo hat die Bank Geld verdient?

Die Vermögensverwaltung, Global Wealth Management genannt, bleibt der wichtigste Treiber. Laut finews.ch stammt das Wachstum aus wiederkehrenden Kommissionserträgen (+9 %) und aus dem Nettozinsertrag (+8 %). Die Netto-Neugelder der Kundschaft erreichen im Quartal 55,1 Milliarden Dollar. Das entspricht einem annualisierten Wachstum von 4,5 %, getragen vor allem von der Region Asien-Pazifik und den Amerikas.

Das Investment Banking, die Sparte Investment Bank, erzielt einen rekordhohen zugrunde liegenden Ertrag für ein drittes Quartal. Die investierten Vermögen belaufen sich laut demselben Artikel von finews.ch auf 7,3 Billionen Dollar.

Was bedeutet das für die Schweizer Kundschaft der UBS?

Das Schweizer Geschäft der Bank, zusammengefasst in der Division Personal & Corporate Banking, verbessert sein Ergebnis. Der Vorsteuergewinn erreicht 915 Millionen Franken, auf zugrunde liegender Basis 813 Millionen. Die Erträge steigen um 65 Millionen auf 1,93 Milliarden Franken. Laut finews.ch tragen die Einsparungen aus der Integration der Credit Suisse dazu bei.

Diese Division betreut Privatpersonen und Unternehmen in der Schweiz. In der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen betonte Sergio Ermotti laut finews.ch die Rolle der UBS als Kreditgeberin für die Unternehmen und Haushalte des Landes.

Die Stellung der Bank bei den Haushalten hat seit der Fusion allerdings gelitten. Laut einer bereits von 2clics vorgestellten Studie der Hochschule Luzern (HSLU) nennen 17 % der im Jahr 2026 Befragten die UBS als Hauptbank. Zwei Jahre zuvor kamen UBS und Credit Suisse zusammen auf rund 20 %. Eine Kantonalbank bleibt die erste Wahl, mit 28 %.

Integration der Credit Suisse: welche Bilanz per 30. September 2026?

Die IT-Arbeiten stehen kurz vor dem Abschluss. Per 30. September 2026 wurden fast alle zur Abschaltung vorgesehenen früheren Anwendungen der Credit Suisse nicht mehr genutzt. Rund 90 % davon waren bereits vollständig stillgelegt, wie aus den von der Bank veröffentlichten und von finews.ch wiedergegebenen Angaben hervorgeht.

Auch die Kosteneinsparungen kommen voran. Das Quartal bringt weitere 0,6 Milliarden Dollar, insgesamt brutto 13,2 Milliarden. Die UBS strebte bis Ende 2026 13,5 Milliarden an und rechnet nun mit 13,7 Milliarden. Es handelt sich um ein Ziel der Bank, nicht um ein gesichertes Ergebnis.

Der menschliche Preis der Fusion bleibt hoch. Laut einem früheren Artikel von 2clics hat die Bank seit der Übernahme von 2023 weltweit rund 20'000 Stellen abgebaut. In der Schweiz zählt sie 34'000 Arbeitsplätze.

Eigenmittel der UBS: was Sergio Ermotti sagt

Der Konzernchef äusserte sich zur Revision der «Too big to fail»-Regeln, die systemrelevante Banken betreffen. Der heikle Punkt betrifft die ausländischen Tochtergesellschaften der UBS. Im September 2026 unterstützte der Ständerat deren Unterlegung zu 90 % mit Eigenmitteln höchster Qualität, wie swissinfo.ch in Erinnerung ruft. Nach Schätzungen der Bank würde diese Variante ihr Kernkapital um rund 16 Milliarden Dollar erhöhen.

Die folgenden Aussagen stammen von Sergio Ermotti und wurden am 28. Oktober 2026 von finews.ch wiedergegeben:

  • das Ergebnis der Beratungen im Ständerat im September sei «sehr besorgniserregend»;
  • der jüngste diskutierte Vorschlag finde kein Gleichgewicht zwischen Finanzstabilität, Schutz der Steuerzahler und Wettbewerbsfähigkeit;
  • er würde Anforderungen, die bereits zu den strengsten der Welt gehören, unverhältnismässig verschärfen;
  • er berücksichtige nicht die Folgen für die Aktionäre, die «erste Verteidigungslinie» im Krisenfall;
  • eine Unterlegung der ausländischen Tochtergesellschaften zu 50 % wäre ihm ausgewogener erschienen.

Sergio Ermotti vergleicht die Lage mit jener vom März 2023: aus seiner Sicht ein entscheidender Wendepunkt für den Finanzplatz Schweiz. Er lehnte es ab, sich dazu zu äussern, welche Konsequenzen die UBS aus einer strengen Regel ziehen würde.

Was der Ausgang der Debatte ändern kann

Die erste sichtbare Auswirkung betrifft die Aktionäre. Die UBS hat im dritten Quartal eigene Aktien für 1,8 Milliarden Dollar zurückgekauft, im Rahmen eines Programms von 3 Milliarden. Zudem hat sie Rückstellungen für eine Erhöhung der Dividende um rund 15 % gebildet. Ihre harte Kernkapitalquote (Common Equity Tier 1, CET1) erreicht 14,7 %, ihre CET1-Leverage-Ratio 4,6 %.

Wie es weitergeht, hängt teilweise vom Parlament ab. Laut finews.ch werden Höhe und Tempo künftiger Rückkäufe unter anderem von einer CET1-Quote von rund 14 % abhängen. Sie hängen zudem davon ab, wie viel Klarheit über die Eigenmittelanforderungen für die ausländischen Tochtergesellschaften besteht. Die UBS wird ihre Ziele für 2027 im Februar 2027 bekannt geben. Finews.ch rechnet mit einer ersten Rückkauftranche von rund 3,5 Milliarden Dollar: Es handelt sich um eine Schätzung des Mediums, nicht um eine Ankündigung.

Es geht um mehr als die Aktionäre. Der Schweizerische Bankpersonalverband (SBPV) schätzt, dass ein Wegzug der UBS in der Schweiz 10'000 bis 12'000 Stellen kosten würde. Dieser in Stellen bezifferte Wegzug der UBS bleibt ein Szenario, keine Feststellung.

Mitte Oktober berichtete die US-amerikanische Tageszeitung Wall Street Journal, die UBS prüfe Pläne für einen Wegzug aus der Schweiz. Die Bank hat diese Information nicht kommentiert. Der Direktor der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA), Stefan Walter, erinnert seinerseits daran, dass die Wettbewerbsfähigkeit nicht zum Auftrag der FINMA gehört.

Welche Aussichten für das vierte Quartal?

Die Bank bleibt vorsichtig. Sie erwartet gegenüber dem dritten Quartal einen saisonalen Rückgang der Transaktionsvolumen. Bei Global Markets könnte der Vorjahresvergleich unter einem sehr starken vierten Quartal 2025 leiden, das namentlich durch einen Veräusserungsgewinn aufgebläht war.

Die Jahresziele scheinen in Reichweite. Über neun Monate erreicht die zugrunde liegende Rendite auf dem harten Kernkapital (RoCET1) 16,7 %, unbereinigt 14,8 %. Die UBS rechnet damit, ihr Ziel für 2026 von rund 15 % zu übertreffen. Ihr Verhältnis von Kosten zu Erträgen liegt von Januar bis September bei 69,6 %. Die Bank erwartet, es über das Jahr unter 70 % zu halten. Laut Keystone-SDA dürften makroökonomische, politische und geopolitische Faktoren jedoch auf das Vertrauen der Anleger drücken.

Was noch nicht bekannt ist

  • Die Haltung der grossen Kammer, des Nationalrats, zu den Eigenmitteln der ausländischen Tochtergesellschaften sowie der Zeitplan für das Inkrafttreten.
  • Der genaue Inhalt des jüngsten von Sergio Ermotti kritisierten Vorschlags, den die Quellen nicht im Detail beschreiben.
  • Was die UBS bei einer strengen Regel tun würde: Die Bank will es nicht sagen.
  • Die Höhe der Aktienrückkäufe für 2027, die im Februar 2027 erwartet wird.

Quellen