Stadler Rail hat den zweiten Teil eines bedeutenden Auftrags aus Saudi-Arabien erhalten. Laut SWI swissinfo.ch, das sich auf eine Meldung von Keystone-SDA stützt, hat die Bahngesellschaft Saudi Arabia Railways (SAR) zehn zusätzliche Intercity-Züge im Wert von 300 Millionen Franken bestellt. Stadler gab dies am Freitag, 9. Oktober 2026, bekannt.

Eine Option aus dem ursprünglichen Vertrag eingelöst

Es handelt sich nicht um einen eigentlichen neuen Auftrag: Die SAR hat eine Option ausgeübt, die im vor zwei Jahren unterzeichneten Vertrag vorgesehen war, dessen Wert auf rund 600 Millionen Franken geschätzt wird. Ein am 6. Februar 2024 veröffentlichter Artikel von swissinfo.ch stellte diese erste Bestellung damals als die erste von Stadler für die Golfregion dar, mit einem Wert von bis zu rund 600 Millionen Franken.

Die Quelle präzisiert nicht, ob die 300 Millionen Franken dieser zweiten Tranche in dem für den ursprünglichen Vertrag genannten Rahmen von rund 600 Millionen enthalten sind oder ob sie hinzukommen. Sie gibt auch nicht an, welcher Anteil des Betrags auf die Züge selbst und welcher auf die Erweiterung des Wartungsvertrags entfällt.

Bei der Anzahl Fahrzeuge ist die Tragweite hingegen klar: Die Flotte der eigens für Saudi-Arabien entwickelten Züge verdoppelt sich von zehn auf zwanzig Kompositionen. Der bestehende Wartungsvertrag wird auf die zusätzlichen Züge ausgeweitet.

Züge für Hitze und Sand ausgelegt

Die Intercity-Kompositionen sind rund 175 Meter lang und bieten Platz für etwa 320 Passagiere. Sie wurden für die klimatischen und betrieblichen Bedingungen des Landes konzipiert: zwei unabhängige Triebköpfe, zahlreiche redundante Systeme sowie Schutz- und Filtereinrichtungen, die den Betrieb bei extremer Hitze und bei Sand gewährleisten sollen.

Die Züge werden auf der Ost-West-Strecke der SAR verkehren, welche die Regionen Riad, Hofuf, Abqaiq und Dammam verbindet. Laut Stadler soll der kommerzielle Passagierbetrieb im zweiten Halbjahr 2029 beginnen. Es handelt sich um einen angekündigten Termin, nicht um eine feststehende Tatsache.

Eine weitgehend Schweizer Produktion

Das ist wohl der konkreteste Aspekt für die Schweizer Wirtschaft: Die neuen Züge werden grösstenteils in den Schweizer Werken von Stadler hergestellt. Die Wagenkästen der Triebköpfe stammen aus dem Stadler-Werk in Valencia, Spanien. Die Quelle präzisiert weder, welche Schweizer Standorte betroffen sind, noch das Arbeitsvolumen oder die Zahl der mit diesem Auftrag verbundenen Arbeitsplätze.

Die Fertigung dieser zweiten Serie schliesst direkt an jene der ersten an, die im April 2026 begonnen wurde. Die Quelle beziffert nicht, wie sich diese Abfolge auf die Auslastung der Werkstätten auswirkt.

Was der Vertrag über den Bahnexport aussagt

Für die Schweizer Bahnindustrie zeigt dieser Vertrag, dass ein Hersteller ein Produkt exportieren kann, das auf einen fernen Markt und auf Bedingungen zugeschnitten ist, die sich stark von jenen in Europa unterscheiden, und dabei einen grossen Teil der Produktion in der Schweiz behält. Die Einlösung einer Option zwei Jahre nach der Unterzeichnung deutet zudem darauf hin, dass sich der saudische Kunde entschieden hat, seine Flotte mit demselben Lieferanten zu erweitern.

Die Tragweite dieses Auftrags ist jedoch mit Vorsicht zu beurteilen: Die Quelle setzt ihn nicht in Bezug zum Auftragsbestand oder zum Umsatz von Stadler und sagt nicht, ob weitere Aufträge in der Region erwartet werden. Diese Punkte werden nicht präzisiert.

Quellen