Das Unternehmen findependent hat eine eigene Säule-3a-Lösung lanciert, wie Fintechnews Switzerland in einem am 19. Oktober 2026 veröffentlichten Artikel berichtet. Für das Produkt wird eine Verwaltungsgebühr von 0,29 % pro Jahr erhoben, ein Satz, der laut dem Unternehmen die Fondskosten bereits einschliesst. Um dies zu erreichen, hat findependent eine eigene Vorsorgestiftung gegründet, statt auf eine bestehende Sammelstiftung zu setzen.
Eine 3. Säule für 0,29 % pro Jahr, Fondskosten inklusive
Hervorgehoben wird die Zahl von 0,29 % jährlicher Verwaltungsgebühr. Laut dem Unternehmen liegt dieser Satz unter der Spanne von 0,39 % bis 0,45 %, die bereits etablierte digitale 3a-Anbieter verlangen. Die Quelle nennt diese Anbieter nicht und gibt weder das Datum noch die Methode dieses Vergleichs an: Es handelt sich also um einen von findependent präsentierten Vergleich und nicht um eine unabhängige Erhebung.
Zur Veranschaulichung (Berechnung der Redaktion, allein auf Grundlage der angekündigten Sätze) beträgt der Unterschied 0,10 bis 0,16 Prozentpunkte pro Jahr. Bei einem Guthaben von 10’000 Franken entspricht dies 29 Franken jährlichen Gebühren bei findependent, gegenüber 39 bis 45 Franken für die genannte Spanne. Diese vereinfachte Berechnung geht von einem über das Jahr stabilen Guthaben aus und berücksichtigt keine weiteren Unterschiede zwischen den Angeboten, insbesondere nicht die Rendite, die im Voraus nicht bekannt ist.
Was die Gebühren der Säule 3a abdecken und was nicht präzisiert ist
Gemäss den von Fintechnews Switzerland wiedergegebenen Angaben des Unternehmens kommen mehrere Posten nicht zu den 0,29 % hinzu:
- die Fondskosten, die im angekündigten Satz enthalten sind;
- die Wechselkursgebühren: Alle Fonds lauten auf Schweizer Franken, es gibt also keinen Zuschlag für den Währungsumtausch;
- die Stempelsteuer und die Börsenabgaben, die die Kundinnen und Kunden laut dem Unternehmen nicht bezahlen.
Andere Punkte werden in der Quelle nicht präzisiert: allfällige Gebühren für die Übertragung eines 3a-Guthabens von einem anderen Anbieter oder für dessen Bezug, die Aufteilung der 0,29 % auf Verwaltung, Fonds und Stiftung oder auch die Art und Weise, wie die Spanne der Konkurrenz ermittelt wurde. Diese Angaben finden sich grundsätzlich in den Vertragsunterlagen des jeweiligen Anbieters.
Eine hauseigene Vorsorgestiftung
Statt von einer bestehenden Sammelstiftung abhängig zu sein, hat findependent die findependent 3a Vorsorgestiftung gegründet. Laut dem Unternehmen verschafft ihm dies die vollständige Kontrolle über die Produktgestaltung, die Preisgestaltung und das Kundenerlebnis. Matthias Bryner, Gründer und CEO von findependent, erklärt, dass diese eigene Stiftung es ermögliche, die 3a-Lösungen zu einem tiefen Preis anzubieten.
Das ist das zentrale Argument der Ankündigung: Indem es auf eine Drittstiftung verzichtet, könne das Unternehmen die Rechnung senken. Es handelt sich um die Erklärung von findependent; die Quelle veröffentlicht keine Zahlen zu den Betriebskosten dieser Stiftung.
Anlagen in Swisscanto-Indexfonds
Wie in seinem bestehenden Angebot bietet findependent fünf vordefinierte Anlagelösungen an. Der Aktienanteil reicht von 20 % bis 99 %, und jede Lösung gibt es mit der Ausrichtung Standard, Schweiz oder Global. Die Kundinnen und Kunden können auch ihre eigene Lösung zusammenstellen. Der Mindestanlagebetrag beträgt 1 Franken.
Die Lösungen werden mit Indexfonds von Swisscanto umgesetzt, dem Fondsanbieter der Zürcher Kantonalbank. Wo verfügbar, setzt findependent IPF-Indexfonds ein. Diese Fonds sind nur Vorsorgeeinrichtungen zugänglich und laut dem Unternehmen von ausländischen Quellensteuern befreit. Die Quelle beziffert die Auswirkung dieser Befreiung auf die Rendite nicht.
Ein hoher Aktienanteil geht in der Regel mit stärkeren Wertschwankungen einher. Die Wahl einer Lösung hängt von der persönlichen Situation ab, und dieser Artikel stellt keine Anlageempfehlung dar.
Ein digitales 3a in derselben App
Laut dem Unternehmen nutzen bereits mehr als 30’000 Kundinnen und Kunden die findependent-App, um ausserhalb des Vorsorgesystems zu investieren. Neue wie bestehende Kundinnen und Kunden können dort nun ein 3a-Konto eröffnen und so beide Anlagearten bei einem einzigen Anbieter verwalten.
Matthias Bryner gibt an, dass findependent bis Ende 2027 insgesamt 20’000 Kundinnen und Kunden in der Säule 3a anstrebt. Es handelt sich um ein Ziel des Unternehmens, nicht um ein Ergebnis: Die Quelle nennt die Zahl der bisher eröffneten 3a-Konten nicht.
Was sich für Sparerinnen und Sparer ändert
Für Schweizer Sparerinnen und Sparer bringt die Ankündigung ein weiteres kostengünstiges Angebot im Segment der digitalen Säule 3a. Die veröffentlichten Angaben sind folgende: ein jährlicher Satz von 0,29 % inklusive Fondskosten, Fonds in Schweizer Franken ohne Wechselkurszuschlag und, laut dem Unternehmen, weder Stempelsteuer noch Börsenabgaben. Der Unterschied zur Konkurrenz beruht hingegen auf einer Spanne, die findependent selbst geliefert hat.
Die Gebühren bleiben ein Kriterium unter anderen. Auch die Anlagestrategie, das akzeptierte Risikoniveau und die Bedingungen für Übertragung oder Bezug zählen, und Letztere werden in der Ankündigung nicht im Detail erläutert.
Quellen
- Fintechnews Switzerland: «findependent Launches Its Own Pillar 3a with a 0.29% Annual Fee»




