Die Ruag MRO Holding und der US-Flugzeughersteller Lockheed Martin haben ihre Zusammenarbeit beim Projekt Rigi formalisiert. Wie das Schweizer Unternehmen am Donnerstag, 15. Oktober 2026, bekannt gab, wird der Standort Emmen im Kanton Luzern die Endmontage und die Tests von drei Kampfflugzeugen des Typs F-35A übernehmen. Das ist ein Flugzeug weniger als die ursprünglich vorgesehenen vier.

Was die Vereinbarung zwischen Ruag und Lockheed Martin umfasst

Der Vertrag betrifft die Endmontage und die Tests von drei F-35A in Emmen, präzisierte Ruag. Das Unternehmen hebt die Tragweite dieses Schritts hervor: Emmen wird zu einem von weltweit nur vier Standorten für die Endmontage des F-35A sowie zu einem von weltweit nur vier Standorten für die Tests des Flugzeugs. Die übrigen Standorte werden in der Meldung nicht genannt.

Der angekündigte Zeitplan sieht wie folgt aus: Die ersten Komponenten sollen im ersten Halbjahr 2027 geliefert werden, die Produktion soll im Herbst 2027 anlaufen.

Es handelt sich um eine Unternehmensmitteilung, die von der Agentur Keystone-SDA verbreitet und von SWI swissinfo.ch veröffentlicht wurde. Die Medienmitteilung von Ruag konnte nicht direkt eingesehen werden; die obigen Angaben stammen aus dieser Meldung, deren Link am Ende des Artikels aufgeführt ist.

Von vier auf drei Flugzeuge

Die Reduktion der Zahl der in der Schweiz montierten Flugzeuge ist die wichtigste Änderung gegenüber dem Projekt, wie es zuvor vorgestellt worden war und das vier F-35A umfasste. Die Meldung liefert keine Erklärung für diese Anpassung, und weder Ruag noch Lockheed Martin werden dazu zitiert. Es wäre daher verfrüht, daraus Schlüsse über die Entwicklung des Programms als Ganzes zu ziehen.

Das Argument von Ruag: Kompetenzen und Wartung

Laut Ruag ermöglicht diese Zusammenarbeit der Schweiz, Kompetenzen bei einem Kampfflugzeug der neuesten Generation aufzubauen und ihre Unabhängigkeit bei der Wartung zu stärken. Jürg Rötheli, Verwaltungsratspräsident der Ruag MRO Holding AG, bezeichnet Rigi in der Medienmitteilung als strategisches Schlüsselprojekt für die Militärluftfahrt.

Diese Aussagen gehören zur Kommunikation des Unternehmens. Sie beschreiben ein Ziel, ohne im Detail auszuführen, welche Wartungsleistungen nach der Auslieferung der Flugzeuge konkret in Emmen erbracht werden und zu welchen Bedingungen.

Arbeitsplätze und Wertschöpfung: was nicht kommuniziert wird

Die Meldung nennt weder den Auftragswert noch die Zahl der in Emmen betroffenen oder geschaffenen Arbeitsplätze noch den Anteil der Wertschöpfung, der an die Schweizer Industrie und allfällige Zulieferer gehen würde. Beim derzeitigen Stand lässt sich die Wirkung der Vereinbarung auf die Beschäftigung oder auf das regionale Industriegefüge daher nicht beziffern.

Auch der Umfang der Ankündigung verdient eine Präzisierung. Die Vereinbarung wurde zwischen zwei Unternehmen, der Ruag MRO Holding und Lockheed Martin, geschlossen und betrifft industrielle Arbeiten in Emmen. Die Meldung erwähnt keinen neuen Entscheid der Bundesbehörden zur Beschaffung des F-35A selbst. Die nächsten überprüfbaren Meilensteine sind die Lieferung der ersten Komponenten, die im ersten Halbjahr 2027 erwartet wird, und danach der Produktionsstart im Herbst 2027.

Quellen

  • SWI swissinfo.ch: «Swiss firm Ruag and Lockheed Martin expand collaboration on fighter jets»